Abtei Tholey

Als eines der ersten Klöster in Deutschland gilt die Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey. Die Abtei Tholey entstand im 7. Jahrhundert, als sich die ersten Mönche am Fuße des Schaumbergs (568m) niederließen. Im 8. Jahrhundert kamen dann die Benediktinermönche, die auch heute noch das Kloster bewirtschaften.

Das gesamte Klostergelände ist eine Denkmalzone. Zwei- und dreigeschossige Bauten aus dem 18. Jahrhundert liegen um die Abteikirche Tholey, die als querhausloser gotischer dreischiffiger Bau im 13. Jahrhundert entstand und in der Folgezeit erweitert wurde. Das Hauptportal ist in seiner Struktur ähnlich dem der Trier Liebfrauenkirche und es zeigt die Auferstehung Christi, mit Verwitterungsspuren.

Vor der Kirche steht eine Sandstein-Statue des heiligen Mauritius, Anführer der Thebaischen Legion und Schutzheiliger, der vor Kampfhandlungen angerufen wurde. Im Jahr 1794 wurde das Kloster von Truppen der Französischen Revolution geplündert und säkularisiert. Die Gebäude wurden versteigert und erst 1806 kam St. Mauritius als Pfarrkirche und Pfarrwohnung wieder in den Besitz der Gemeinde. Als Abtei wurde die Anlage ab 1949 erneut belebt. Rund 13 Benediktinermönche und 5 Postulanten leben und arbeiteten heute hier.

Im barocken Klostergarten, der für Besucher offen ist, sind ein Teehaus und eine Imkerei sowie diverse Gewächshäuser und ein barocker Brunnen mit vier Evangelisten. Auch findet sich auf dem Klostergelände ein Gästehaus, wo sich Menschen, die Stille und Andacht suchen, einmieten können. Sehr sehenswert sind auch die schmiedeeisernen Tore der Abtei, die im historisierenden Stil ausgeführt wurden.

Am Nordhang des Schaumbergs steht die Afrika-Kapelle auf einem siebeneckigen Grundriss. Er erinnert an die Sieben Schmerzen Mariens, die da sind: Jesus im Tempel mit der Weissagung, die Flucht nach Ägypten vor Herodes, der die Kinder morden ließ, der Verlust des 12jährigen Jesus im Tempel, eine Begegnung am Kreuzweg von Maria und Jesus, die Kreuzigung und das Sterben des Sohnes, die Kreuzabnahme und Beweinung Christi sowie die Grablegung Christi. Die Kapelle geht auf den Zweiten Weltkrieg zurück. In einem Gefangenenlager in Ram-Ram im Süden von Marokko suchten die Gefangenen vor einer selbst hergestellten schwarzen Pieta Trost. Diese Figur wurde nach dem Krieg mit nach Tholey gebracht und steht in der Afrika-Kapelle.

An der Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey startet der Mauritius-Rundweg (8km). Er ist auch Teil der Pilgerwege im Sankt Wendeler Land und mit Texttafeln versehen. An Sehenswürdigkeiten liegen auf der Runde die Blasiuskapelle in Bergweiler, das Historische Museum Theulegium in Tholey und natürlich Ruhestationen mit wunderbaren Aussichten.

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