Illingen

Illingen liegt im Zentrum des Illtals. Die Ill ist ein knapp 30km langer Bach, der bei Marpingen im Sankt Wendeler Land entspringt und bei Eppelborn in die Theel mündet. Gemeinsam geht’s weiter zur Prims und dann in die Saar. Im Rahmen der Renaturierung der Ill gelang es schon, den Biber wieder anzusiedeln.

Illingen wurde erstmalig im 9. Jahrhundert erwähnt und hat über die Burg Kerpen eine geschichtliche Verbindung mit der Eifel, denn von da kamen die Herren von Kerpen, die die Wasserburg in Illingen zu Lehen hatten. Wahrscheinlich wurde Burg Kerpen im 14. Jahrhundert errichtet. Nach mehreren Zerstörungen und Wiederaufbauten diente die Burg im 19. Jahrhundert als Steinbruch. 1913 dann kam die Burg Kerpen an die Gemeinde Illingen und die begann mit der Sanierung. Teile der Umfassungsmauer sind noch zu sehen mit zwei Türmen, eine Burgkapelle und ein kleiner Saal. Das Torhaus der Vorburg aus dem Jahr 1605 konnte auch erhalten werden.

In der Nachbarschaft der Burg Kerpen steht ein deutlich moderneres Gebäude, die Illipse. Die 2001 eröffnete Illipse dient als Kulturforum. Durch das lichtdurchflutete, mit einem ovalen Oberlicht versehene Treppenhaus kommt der Besucher in das großzügige Foyer mit einladender Theke. Bis zu 500 Besucher finden hier Platz, weitere 100 Personen auf der Empore.

In Illingen schon von weitem zu sehen ist der 47m hohe mittig hervortretende Turm der Pfarrkirche St. Stephan, die mit der Ersterwähnung von Illingen auch genannt wird. Nicht nur die Höhe sondern auch, dass es ein Zwiebelturm ist, ist in der Gegend eher unüblich. Der älteste Teil der Kirche ist der Chorturm aus dem 13. Jahrhundert. Der barocke Saalbau entstand 1791.

Das katholische Pfarrhaus mit Schlagläden steht auch unter Denkmalschutz und stammt aus dem Jahr 1731. Der zweigeschossige Putzbau mit Krüppelwalmdach hat sechs Fensterachsen und zum Wohngebäude zählt auch noch eine Scheune.

Ein weiterer Sakralbau ist die Bergkapelle in der Kapellenstraße auf einer Anhöhe zwischen Illingen und Steinertshaus. Was sich heute zeigt, wurde 1901 im Stil der Neugotik gebaut. Es gab hier aber bereits im 16. Jahrhundert eine Kapelle.

Ein Schmuckstück ist in Illingens Hauptstraße das historische Rathaus Illingen aus dem Jahr 1877 mit einer Erweiterung 1912. Auffallend ist der Mix aus unverputztem Sandstein mit dem Portal im Mittelrisalit mit dem preußischen Adler. Die ursprüngliche wilhelminisch strenge Gestaltung wurde im Nachhinein ein wenig aufgelockert durch Ornamente. Man sieht Balkone, Erkerchen, weißen Verputz und Fachwerk in einem Giebel.

Rund 3km westlich von Illingen liegt der Ortsteil Uchtelfangen und hier steht eine imposante Kirche, die auch den Beinamen Dom des Illtals trägt. Offiziell heißt der Illtaldom Pfarrkirche St. Joseph und wurde 1895 im Stil der Neugotik nach Plänen von Reinhold Wirtz errichtet. Die andere Kirche in Uchtelfangen ist evangelisch, weiß verputzt und im Stil des Barock (1771).

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