Landsweiler-Reden (Schiffweiler)

Die beiden Teile der Gemeinde Schiffweiler, Landsweiler-Reden und Heiligenwald, sind fast zusammengewachsen. Sie teilen auch die Steinkohlebergbaugeschichte. Als ein Betriebsteil der Grube Heinitz (Neunkirchen) wurde 1846 der Schacht Reden I abgeteuft.

Bis 1914 wurden auf der Grube Reden fünf Schächte geradewegs von oben nach unten in die Erde gegraben. Die Grube Reden hatte ein verhältnismäßig langes Leben. Zuletzt ging sie in einen Verbund ein mit den Gruben Camphausen und Göttelborn. 1995 war dann Ende der Förderung in der Grube Reden. 1935 wurde die Grube Reden zu einem Musterbetrieb ausgebaut und sie galt auch noch einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg als modern. Mitte der 1950er Jahre waren hier rund 8.200 Beschäftigte. Noch heute ist das Grubengelände mit einigen Industriezeitzeugen aus Stahl und Beton beeindruckend.

Das Fördergerüst IV wurde 1939 gebaut und war eines der hohen und größeren in der sogenannten Vollwandbauweise. Das Gerüst misst 28,5m in der Höhe. 10 Jahre jünger und 10m höher ist das Fördergerüst V. In der Denkmalzone am Bergwerk Reden liegen auch noch Fördermaschinenhäuser aus den Jahren 1917 und 1938. Man sieht auch zwei Denkmäler, die der Grubenunglücke von 1864 und 1907 gedenken, die einige Bergleute das Leben kosteten. Schlagwetterexplosionen waren Auslöser. Dabei gerät ein Gasgemisch aus Methan und Luft zur Explosion. Es entsteht eine Druckwelle mit einem anschließenden Rückstoß.

Recht imposant ist auch das Verwaltungs- und Zechengebäude der Grube Reden. Es entstand 1935-38. Impulsgeber für den Ausbau zum Musterbetrieb war Hermann Göring. Das Gebäude hatte Bäder, eine Lampenstube, Steigerstuben, eine Lohnhalle, Magazin und sogar Rolltreppen. Das monumental wirkende Bauwerk ist mit Birkenfelder Klinkern versehen und hat ein neoklassizistisches Eingangsportal. Davor steht der Saarbergmann, als überlebensgroße Skulptur von Fritz Koelle (1895-1953) gehauen. Der Bildhauer schuf in seiner Anfangszeit einige Arbeiterskulpturen.

Mit Ende der Steinkohleförderung war zum Glück nicht Ende Gelände in Landsweiler-Reden. Auf dem ehemaligen Grubengelände wird weiterhin gearbeitet und zwar in der zentralen Wasserhaltung des Saarreviers, es gibt ein Café, das Zentrum für Biodokumentation des Landesamtes für Umwelt und Arbeitssicherheit ist hier angesiedelt, das Landesdenkmalamt und Bergämter, das Institut für Landeskunde sowie die Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen – und mit der Halde hat man auch noch mehr vor - Stichwort: Erlebnisort Reden.

Rund um die Halde führt ein Skater- und Freizeitweg. Man kann eine Wanderung zur Almhütte auf der Redener Halde unternehmen. Ein Highlight ist auch der Wassergarten auf dem Grubengelände. Sehr sehenswert und mal ganz was anderes!

Seit 2008 ist auf dem Grubengelände besonders die Urzeit wieder daheim: In Form des Erlebnismuseums Gondwana Praehistorium. Man begibt sich auf eine einmalige Reise in die Frühgeschichte des Planeten Erde und die der Evolution. Dabei wandelt der Besucher durch naturgetreu gestaltete Themenwelten, begegnet der Pflanzen- und Tierwelt sowie der Menschheit bis hin zum Zeitalter, als Menschen den Mond betraten. Das Gondwana Praehistorium bietet eine Dino-Show, es gibt einen 4-D-Kinofilm mit Zeitreise, 3-D-Filme, einen Indoor-Spielplatz und eine Fülle von Eindrücken!

Wo so viele Menschen einst gearbeitet haben, wollten sie auch wohnen. Die angeworbenen Arbeiter und ihre Familien konnten sich in Häuser einmieten, wie der Siedlung Madenfelderhof. Hier baute die französische Minengesellschaft 1920-22 vierzig Doppelhäuser für achtzig Familien. Die Häuser wurden in zwei Straßen, in vier Varianten aufgestellt. Zu jedem Haus gehörte auch ein 760qm großes Grundstück, damals mit einem Birnbaum drauf. In der Kolonie Madenfelderhof wohnen heute jedoch kaum mehr Nachfahren der Bergleute von einst.

Sich fast gegenüber stehen die beiden Gotteshäuser in Landsweiler-Reden und sie stammen auch fast aus der gleichen Bauzeit. Die ältere Kirche, 1900 fertiggestellt, ist die katholische Herz-Jesu-Kirche im Stil der Neugotik und als dreischiffige Basilika ausgerichtet. Auch die evangelische Kirche folgt dem Stil der Neugotik, doch ihr Turm ist gestaffelt und verjüngt sich nach oben hin.