Grube Camphausen (Quierschied)

Ein nahezu unvergleichliches Industriedenkmal hat der zu Quierschied zählende Doppelort Fischbach-Camphausen im Fischbachtal zu bieten. Hier steht der Hammerkopfturm des ehemaligen Bergwerks Camphausen.

Der Ortsname Fischbach deutet es bereits an: hier war Wasser. Eben jener Fischbach, der durch den Ort fließt. Er hat seine Quelle südlich von Merchweiler und plätschert dann durch Quierschied und Fischbach durch den Saarkohlenwald bis nach Saarbrücken, wo er durch den Bürgerpark in die Saar mündet. An Start und Ziel ist der rund 17km lange Fischbach allerdings verrohrt.

Nahe des Fischbachtalweihers auf dem Weg nach Saarbrücken findet sich im Grün der Flora ein großer Pilz – das war der Badepilz eines Schwimmbads, dessen Umrisse noch in der Vegetation zu sehen sind. Das Fischbachbad war hier von 1926 bis 1965.

Die Ursprünge des Orts Fischbach gehen auf eine Eisenschmelze zurück. Das Wasser diente den Blasebälgen der Hochöfen und den Pochwerken. Die Arbeiter gründeten das Dorf. Mit Einstellen der Eisenschmelze 1866 wurden Tiefbauschächte angelegt und die Arbeit der Grube Camphausen begann. Zum Denkmalensemble gehören die Zechengebäude und Förderanlagen in der Dudweiler Straße. Das aus der Gründungszeit der Grube stammende Zechenhaus im Stil des Spätklassizismus ist das älteste erhaltene und aus dem Jahr 1880.

Der Förderturm am Schacht IV hat zwei elektrische Turmfördermaschinen (1936/37). Der Schacht wurde 1908 abgeteuft und der Hammerkopfturm wurde 1911/12 aus Eisenbeton gebaut, damit war er weltweit der erste in dieser Form – die ja auch namensgebend war. Die Hammerkopftürme sind geschlossen und keine offenen Stahlgerüste. Grund für den damals spektakulären Bau, war Platzmangel. Bei Fördergerüsten lag die Maschinenhalle zu deren Füßen. Der Bauraum dafür war hier nicht und die Maschinenhalle wurde ans andere Ende des Turms verfrachtet, daher der „dicke Kopf“.

43m misst das Stahlfördergerüst von Schacht II, das 1962 über dem ältesten Schacht von 1871 gebaut wurde. Unten ist das Maschinenhaus zu sehen. 1885 ereignete sich auf der Grube Camphausen ein schweres Unglück, bei dem 180 Bergleute starben. Grund war eine Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosion. 1990 wurde die Grube Camphausen geschlossen. In der Heinitzstraße steht das zweigeschossige Verwaltungsgebäude der Grube mit der Berginspektion XI. Das achtachsige Haus aus dem Jahr 1891 aus roten Sandsteinquadern trägt ein Satteldach mit Gauben. Laibungen und Gesimse sind farbig abgesetzt.

Über die Berghalde Lydia der Grube Camphausen zieht sich ein Wegenetz, drunter ist der Schacht Lydia. Die Halde wurde bis zur Schließung der Grube befahren. Sie zeigt sich in der Form eines Tafelberges mit Kegelaufschüttung und man findet Hügel, von denen man aus einen guten Blick über das Gelände haben kann.

Dabei fällt das Augenmerk auf die Himmelsspiegel. Das sind kleine, fast kreisrunde Wasseransammlungen, manchmal als Pärchen und manchmal auch verdunstet. In den Pfützen steht dann der Saarkohlenwald Kopf, sozusagen. Die höchste Kegelaufschüttung der Berghalde Lydia liegt auf 380m. Das Plateau der Berghalde bleibt wie es ist. Drumherum wurde teilweise aufgeforstet und es findet sich Vegetation. Apropos Finden, Fossiliensammler gehen hier auch gerne Spazieren und finden versteinerte Abdrücke von Zeitzeugen aus dem Karbon, das war so vor rund um die 300 Mio. Jahre.

Südwestlich der Halde und am Haldenrundweg liegt ein Absinkweiher der Grube Camphausen an der Einmündung des Netzbachs in den Fischbach. Zwei weitere Weiher, der Rosenweiher und der Netzbachweiher, schließen sich an. Der Netzbachweiher ist ein guter Startpunkt für Wanderungen in den Saarkohlenwald.

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