Rehlingen-Siersburg

Siersburg ist der Verwaltungssitz der Gemeinde Rehlingen-Siersburg und liegt rechts der Nied. Aus der Zeit um 1100 bis 1200 stammt die Burg Siersburg. Sie erhebt sich in einer Berglage als Ruine auf rund 308m. Burg Siersburg war eine Landesburg des Herzogtums Lothringen.

Hoch über der Nied, kurz bevor diese in die Saar mündet, steht der Bergfried der Burg Siersburg. Hier ist auch das Naturschutzgebiet Gauberg mit knapp 14ha ausgewiesen ist. Erbauer der Burg Siersburg war vermutlich der Saargaugraf Sigebert. Kurz drauf kam sie in den Besitz des Herzogstums Lothringen. Als Bewohner folgten einige Burgmannenfamilien. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt sie Beschädigungen, bevor Burg Siersburg 1670 von den Truppen Frankreichs gesprengt wurde. Heute erhebt sich ihr Bergfried über das Tal. Die Umfassungsmauern sind zu großen Teilen rekonstruiert.

Ein 5m breiter Burggraben trennte einst die Vor- von der Hauptburg. Steht man vor dem spätmittelalterlichen Bergfried, fällt das Fenster oben auf. Das war mal der Eingang, den man nur mit einer Leiter erreichen konnte. Die Tür unten kam später hinzu. Früher diente der Bergfried im unteren Bereich auch als Kerker. Zu Zeiten der Hexenverfolgung waren dort insgesamt etwa 70 Hexen festgesetzt. Ihr Ende lauerte auf dem Galgenberg, den man von oben sehen kann. Eine Besichtigung des Bergfrieds ist nur möglich während der Öffnungszeiten und wenn die Burgwartin da ist. Auf dem Burgareal steht an der Stelle eines Burgmannenhauses ein Kreuz. Dort haben sich auch Liebende verewigt.

In Siersburg steht die katholische Pfarrkirche St. Martin (Itzbacher Kirche), die als barocker Saal 1758 gebaut wurde und Anfang des vergangenen Jahrhunderts neobarocke Erweiterungen erhielt. Auffallend ist der große zentrale Vierungsraum auf einem oktogonalen Grundriss. Das entfaltet im Inneren eine beeindruckende Raumwirkung. Unter der hellen Kuppel sind als Relief 11 Apostel und Jesus zu sehen. Beeindruckend ist auch der Hochaltar mit dem Gemälde, der mit weiteren Ausstattungsstücken aus Aachen hinzukam.

Die Kirche St. Martin liegt in der Nähe des Itzbachs, der in Siersburg südöstlich verläuft. Im Itzbachtal in der Straße Zum Schloss steht das Schloss Itzbach. Es gehörte der Familie Forget de Barst de Bouillon, die seit dem 17. Jahrhundert dort lebte und das Schloss um 1750 bauen ließ. Man sieht ein Herrenhaus, das von zwei massiven Türmen flankiert wird.

Nordwestlich des Ortskerns, von der Nied umspielt, steht die St. Willibrord Kapelle auf einer kleinen Anhöhe. Es wird vermutet, dass sie im Jahr 1523 gebaut wurde. Die spätgotische Kapelle hat einen auffälligen romanischen Turm, weswegen man davon ausgeht, dass er bereits stand, als die Hexenjagden zu Beginn des 13. Jahrhunderts ihren schlimmen Anfang nahmen. Bei der Kapelle wurde ein Kräutergarten im Stil eines mittelalterlichen Klostergartens angelegt. Dort sind rund achtzig verschiedene Pflanzenarten, die würzen und denen Heilkraft nachgesagt wird, versammelt.

In der Nähe der Kapelle liegt ein Campingplatz direkt an der Nied und wer die Nied an der Niedstraße überquert in Richtung Burg, kommt über die Niedbrücke, die zu den ältesten im Saarland gehört. Sie wurde 1758 gebaut. Ein weiteres Baudenkmal in Siersburg ist in der Bahnhofstraße ein Bauernhaus in der hier typischen Bauart als Einhaus. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert, hat zwei Geschosse und ein niedriges Obergeschoss (Drempelgeschoss) mit Belüftungsfensterchen, es vereint Leben und Arbeiten unter einem Dach.

In Rehlingen, wo die Nied und der Itzbach der Saar zufließen, gibt es den Rehlinger Weiher als ein Angelgewässer. Das Rehlinger Schloss von Hausen steht in der Brückenstraße nahe der Saar und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Seine Wurzeln hat es auf den Fundamenten einer kleinen Burg aus dem 12. Jahrhundert. 1529 baute der Herr von Hausen sein Schloss, das sich nach wie vor im Familienbesitz befindet. Nach der Zerstörung durch die Franzosen wurde der Westflügel wieder aufgebaut. Hier ist das Heimatmuseum und es finden Veranstaltungen statt. Das Gebäude fällt durch die runden Tür- und Scheunentorbögen und ein Türmchen auf.