Aachen

Aachen ist die westlichste deutsche Großstadt, war einst die Hauptresidenz von Karl dem Großen und diente bis zur Reformation im 16. Jahrhundert als Krönungsort deutscher Kaiser und Könige.

Karl der Große hielt sich gerne in Aachen auf und ließ die hiesige Königspfalz erweitern. Später, im 14. Jahrhundert, wurde auf den Grundmauern der Königshalle der Pfalz das heutige Aachener Rathaus errichtet. Der aus der Zeit Karls des Großen stammende Granusturm wurde übernommen und um 14 Meter aufgestockt. Im 17. Jahrhundert wurde das gotische Rathaus nach dem Stadtbrand barock umgestaltet.

Zwischen dem Aachener Rathaus und dem Aachener Dom liegt der Katschhof als zentraler Platz der Aachener Altstadt. Direkt am Katschhof gedenkt man heute im Centre Charlemagne (Neues Stadtmuseum Aachen) an die lange und reiche Geschichte der Kaiserstadt. Das Centre Charlemagne ist zugleich auch die zentrale Ausgangs- und Anlaufstelle der Route Charlemagne, auf der wichtigte Stationen Aachens in den Bereichen Geschichte, Kunst, Kultur und Architektur zusammengefasst sind.

Auf der anderen Seite des Aachener Rathauses befindet sich der Aachener Markt. Hier steht mit dem Karlsbrunnen der älteste Brunnen von Aachen. Die Figur Karls des Großen erhielt der Brunnen 1620. Das Original befindet sich seit 1969 im Krönungssaal des Rathauses.

An der Ecke – Markt 41 – steht Haus Löwenstein. Haus Löwenstein wurde parallel zum Aachener Rathaus errichtet und 1344 fertiggestellt. Neben dem Aachener Dom und dem Rathaus ist Haus Löwenstein eines der wenigen gotischen Gebäude, die den großen Stadtbrand von 1656 überstanden haben.

Geht man vom Markt nach rechts weg in die Großkölnstraße, kommt man zur St. Nikolaus Kirche, die seit 2002 ökumenische Citykirche dient. St. Nikolaus wurde 1005 von Heinrich II. gestiftet und war später Klosterkirche des Minoritenklosters in Aachen. Die heutige Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und verfügt über einen prunkvollen Hochaltar.

Durch die Kleinkölnstraße kommt man zurück zum Markt und trifft hier auf den Büchel. Hier steht das Büchelpalais, das 1889 erbaut wurde. Am Ende des Büchels steht ein Brunnen, der auf den Namen Bahkauv hört, eine Aachener Sagengestalt. Der Bahkauv soll einem großen Kalb mit scharfen Zähnen und schuppigem Fell ähneln und nachts betrunkene Männer erschrecken.

Halten wir uns hier rechts wieder Richtung Katschhof kommt man zum Hühnermarkt. Am Hühnermarkt wurde 1663 das Haus Monheim als Stadtapotheke erbaut. Hier befindet sich seit 1958 das Couven-Museum, das auf drei Etagen bürgerliche Wohnkultur des 18. und frühen 19. Jahrhunderts aus Aachen und Umgebung zeigt.

Über den Münsterplatz vorbei am Aachener Dom gehen wir weiter zum Fischmarkt. Hier steht das Grashaus, das 1267 auf einem Anger (dem Gras) gebaut wurde und das erste Rathaus der freien Reichsstadt Aachen war. Seit 2015 ist das Grashaus die Station Europa des historischen Stadtrundganges Route Charlemagne. In der Nachbarschaft findet man das Haus Goldene Rose mit einer schmucken Kreuzstockfensterfassade.

Vom Fischmarkt gehen wir durch die Annastraße südwärts und dann zwei Mal links, um vor der griechisch-orthodoxen St. Michael Kirche zu stehen. St. Michael wurde 1628 als Kirche des Aachener Jesuiten-Collegiums im Stil des rheinischen Manierismus erbaut.

Rund 200m nordöstlich der St. Michael Kirche liegt der Elisengarten, der 1852-54 nach Plänen des preußischen Gartenbaumeisters Peter Joseph Lenné angelegt wurde. Ab dem Ende des 12. Jahrhunderts wurde der heutige Bereich des Elisengartens nach Süden durch einen Abschnitt der inneren Stadtmauer von Aachen, der sogenannten Barbarossamauer begrenzt. Auf den Resten der Barbarossamauer wurde 1822 der Elisenbrunnen errichtet.

Wenn wir vom Elisengarten durch die Elisengalerie in die Wespienstraße gehen, kommen wir zum 1883 begründeten Suermondt-Ludwig-Museum, das seit 1901 in der Villa Cassalette untergebracht ist. Das Kunstmuseum ist reichhaltig bestückt mit Gemälden und Skulpturen aus acht Jahrhunderten. Darunter finden sich auch Werke von Dürer, Rembrandt, Slevogt, Macke und Goya.

Halten wir uns nun nordwärts, kommen wir zum Kaiserplatz. Der ist heute nicht mehr so hübsch wie früher, weil im Krieg 80% der Bausubstanz zerstört wurden. Interessant ist es trotzdem, denn hier steht die Propsteikirche St. Adalbert, die nach dem Aachener Dom die zweitälteste Kirche in Aachen ist. Die 1005 geweihte St. Adalbert Kirche verfügt über einen Reliquienschatz.

Es gibt viel zu entdecken in Aachen. Gut, dass die Stadt immer wieder Anlässe für einen Besuch schafft, z.B. beim Aachener Karneval mit großen Rosenmontagsumzug (aus Aachen stammt übrigens die Tradition der Karnevalsuniform), beim Aachener Weihnachtsmarkt (1,5 Mio. Besucher) oder beim Öcher Bend, dem großen Volksfest, das gleich zwei Mal jährlich in Aachen steigt.