Aachener Dom

Es war 1978. Die erste Liste des UNESCO-Welterbes wird erstellt. Weltweit werden zwölf Stätten eingetragen, acht davon als sogenanntes Weltkulturerbe. Und mit dabei: Der Aachener Dom. Deutschlands erstes Weltkulturerbe ist das wichtigste Wahrzeichen von Aachen und eine der bekanntesten Kirchen Deutschlands.

Als Karl der Große beschloss, neben seinen Pfalzen auch einen etwas dauerhafteren Königssitz zu gründen, fiel seine Wahl auf Aachen. Hier entstand 795-803 die Pfalzkapelle Karls des Großen, das sogenannte karolingische Oktogon. Dieses karolingische Oktogon ist das bedeutendste architektonische Beispiel für die karolingische Renaissance.

Im Oktogon steht bis heute der Marmorthron Karls des Großen. Von 936 (Otto I.) bis 1531 (Ferdinand I.) wurden hier insgesamt 31 deutsche Könige durch die drei geistlichen Kurfürsten aus Mainz, Köln und Trier gekrönt.

Als ein Meisterwerk gotischer Baukunst gilt der Anbau der großen Chorhalle. Von 1355-1414 errichtet, wird die Chorhalle wegen ihrer monumentalen Bleiglasfenster (insgesamt eine Fläche von tausend Quadratmetern) auch das Glashaus von Aachen genannt.

In der Chorhalle des Aachener Doms steht der goldene Karlsschrein mit den sterblichen Überresten Karls des Großen. Der Karlsschrein wurde zur Krönung Friedrichs II. im Jahr 1215 fertiggestellt und hat die Form einer einschiffigen Kirche. Der mehr als zwei Meter lange Eichenholzkasten ist mit vergoldetem Silber, vergoldetem Kupfer, Filigran, Edelsteinen, Emaillen und Braunfirnisplatten bedeckt.

Direkt hinter dem Karlsschrein befindet sich der Marienschrein, der 1220-39 gefertigt wurde. Der Marienschrein dient der Aufbewahrung der vier großen Heiligtümer des Aachener Doms: die Windeln und das Lendentuch Jesu, das Kleid Mariens und das Enthauptungstuch Johannes’ des Täufers, die seit 1349 alle sieben Jahre der Bevölkerung und den Pilgern im Rahmen der Aachener Heiligtumsfahrt gezeigt werden. Die Aachener Heiligtumsfahrt war früher mit der Pilgerfahrt nach Rom und nach Santiago de Compostela eine der drei großen abendländischen Wallfahrten.

Direkt am Dom befindet sich die Aachener Domschatzkammer, ebenfalls als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Die Aachener Domschatzkammer zeigt mit dem Kirchenschatz des Aachener Doms eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Kulturschätze in der Welt mit Stücken aus spätantiker, byzantinischer, karolingischer, ottonischer, staufischer und gotischer Zeit.

Benachbart zum Aachener Dom steht die katholische St. Foillan Kirche, die ihr heutiges Aussehen dem Wiederaufbau nach dem Krieg verdankt. Zur Innenausstattung gehört die Schöne Madonna von 1410. Sie wurde im südlichen Seitenschiff in einem Altar aufgestellt. Sie ist ein Beispiel der spätgotischen Plastik mit ausgeprägt weichen, eleganten Formen.