Kleinblittersdorf

Kleinblittersdorf liegt direkt an der Saar, die hier die natürliche Grenze nach Frankreich bildet. Am anderen Ufer liegt Grosbliderstroff – die französische Version von Großblittersdorf. Beide Orte verbindet die Freundschaftsbrücke, die 1993 in Version 4.0 erbaut wurde. Die erste Brücke über die Saar gab’s hier bereits 1880.

In Kleinblittersdorf fällt die katholische Pfarrkirche St. Agatha auf. Die neuromanische dreischiffige Basilika entstand 1906-08. Im Inneren sind unter dem Kreuzrippengewölbe Ausstattungsstücke aus dem 18. Jahrhundert zu sehen, darunter eine Madonna, die zuvor in der Wintringer Kirche, gestanden hat.

Ein weiterer baulicher Zeuge der Geschichte ist das historische Rathaus Kleinblittersdorf, das zwischen 1760 und 1770 von einem ehemaligen französischen Dragonerkapitän als Gutshof gebaut wurde. Das neunachsige und zweigeschossige Haus war kurzzeitig auch in den Händen eines Kammerdieners von Napoleon I. Es diente aber ansonsten immer der Öffentlichkeit. Heute ist das Rathaus auch ein Treffpunkt der Kunst und Kultur.

Zwischen Kleinblittersdorf und dem östlich gelgenen Bliesransbach liegt die ehemalige Ortschaft Wintringen mit der Wintringer Kapelle und dem Wintringer Hof. Der Wintringer Hof wird von der Lebenshilfe Obere Saar betrieben. Ökologischer Landbau und Integration sowie Teilhabe am Arbeitsmarkt gehen hier Hand in Hand.

Auf dem Areal steht die Wintringer Kapelle, die zu bestimmten sommerlichen Terminen vom Standesamt Kleinblittersdorf als Außenstelle angeboten wird. Die Wintringer Kapelle stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und ist ein Beispiel der spätmittelalterlichen Bauten im Saarland. Was man heute sieht, ist der Chor der einstigen Prioratskirche. Die Wintringer Kapelle ist ein besonderer Ort mit einer inspirierenden Ausstrahlung.

Fährt man weiter nach Bliesransbach, das sich selbst als Tor zum Bliesgau bezeichnet, kann man die Bliesgau-Ölmühle auf Gut Hartungshof besuchen. Bekanntestes Produkt der Bliesgau Ölmühle ist das Leindotteröl. Schon bei den Kelten bekannt, dann vergessen, erlebt es als Gourmetöl eine Renaissance in deutschen Küchen.

Wandert man von der Wintringer Kapelle aus nördlich in Richtung Saarbrücken, kommt man ins Naturschutzgebiet Birzberg rund um den Birzberg (340m). Eine große Vielfalt an Biotopen zeichnet das Naturschutzgebiet an dem bis in die 1960er Jahre betriebenen Steinbruch aus. Buntblumige Obstwiesen, orchideenreiche Trockenrasen, quellenreiche Nasswiesen, Tümpel, Hecken und Gebüsche sowie der alte Kalksteinbruch bieten Lebensraum für viele Blütenpflanzen, Vögel, Eidechsen, Schmetterlinge, und Heuschrecken.

Regionaler Bezug:

Kleinblittersdorf Regionalverband Saarbrücken Saarland Saarbrücker Talweitung Saar-Hunsrück
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