Litermont (Nalbacher Tal)

Über 414m erhebt sich der Höhenzug Litermont über das Nalbacher Tal und trägt auf einer Plattform das Wahrzeichen des Tals, das Gipfelkreuz aus dem Jahr 1852, das in der wieder hergerichteten Alten Schmiede in Piesbach gefertigt wurde. Es entstand zu Ehren der mildtätigen und frommen Burgfrau Margarete vom Litermont, die dort einst auf einer Burg gelebt haben soll.

Von der Burg ist nahezu nichts mehr sichtbar. Lebendig ist nach wie vor die Sage um sie und das Unglück ihres Sohnes Maldix, der an einem Karfreitag einem Hirsch nachstellte, Gott verspottend und dabei seinen Tod fand. Der Litermont wurde zu einer Erlebniswelt ausgestaltet, mit Denkmälern, Natursehenswürdigkeiten, Skulpturen, einem Walderlebnispfad, Geschichte, Spiel und Wanderspaß mit Ausblicken. Nahe dem Litermont ist übrigens Margrets Bauernstube am Naturdenkmal „Grauer Stein“ – ob sie verwandt ist mit der Burgfrau, kann man sicher vor Ort erfahren.

Einst war der Litermont mehr verbunden mit Arbeit, nämlich dem Kupferbergbau. Ein solch erhabener Punkt weckt Begehrlichkeiten. Wer ihn als Ausguck hat, ist froh und will ihn verteidigen. Nicht zuletzt ist man dem Himmel näher, wenn man auf einen Berg steigt. Auf dem Litermont-Plateau ist das größte lebende Bauwerk im Saarland zu finden. 400 Weiden- und 300 Birkenstämme sind so aufgestellt und miteinander verflochten, dass sie den Weidendom Litermont bilden. Der große Weidendom mit neun Eingängen lässt durch seine Kuppel in den Himmel blicken und im Sommer Mutige „Ja“ sagen, da das Standesamt Nalbach hier Trauungen anbietet.

Indianer gaben Rauchzeichen, Napoleon ließ 1813 nach dem verlorenen Russland-Feldzug eine Telegrafenlinie zwischen Metz und Mainz bauen. Ein optischer Telegraph in bestem Erhaltungszustand, weil rekonstruiert nach alten Zeichnungen, steht auf dem Litermont. Die Technik wurde 1790 entwickelt. Zwei Beamte konnten damit „telefonieren“. Einer guckte zum nächsten Telegrafen, was von dort für Nachrichten kamen und der andere stellte mit Seilzügen den Zeigerbalken ein und übermittelte per telegraphischem Alphabet die Neuigkeiten. Napoleon konnte auf die Art ruckzuck auf einem recht aktuellen Stand sein. Die benachbarten Stationen waren der Siersberg (308m) und der Hoxberg (414m) im Beritt der Gemeinde Lebach. Lange hielt die Anlage jedoch nicht. 1814 wurde sie von den Preußen erobert.

Gipfel haben etwas Anziehendes! Aber wohl nicht nur zum Vergnügen, wie die Geschichte zu erzählen weiß. Auch auf dem Litermont mit dem Geschichtspark. Der beschäftigt mit landwirtschaftlichen Gerätschaften und integriert ist auch ein Westwallbunker. In dem erhaltenen Bunker aus dem Jahr 1938 ist das Litermontmuseum, das den Gefallenen gedenkt und auch einen Blick in die Sagenwelt bietet.

Ganz andere Entdeckungen bietet der Walderlebnispfad mit seinen rund 2,5km. Er ist sehr unterhaltsam für Eltern und Kinder. Man kann balancieren, ein Labyrinth bezwingen, klettern, naturnahe Sinneseindrücke erleben – insgesamt laden 24 Stationen zum Erkunden ein.

Der Sinn für Kunst wird am 1,5km langen Skulpturenweg gekitzelt. Dort finden sich Kunstwerke des Motorsägenkünstlers Örnie Poschmann. Der niederbayrische Künstler sägte aus Pappeln, die man aus Sicherheitsgründen hat fällen müssen, figürliche und abstrakte Werke.

Der Skulpturenweg ist auch ein Teil des sehr abwechslungsreichen Traumschleife Litermont-Gipfeltour, die auf insgesamt 10km kommt. Die interessante Wanderung birgt einige spannende Passagen mit Namen wie Himmelsleiter oder Teufelsschlucht, man kommt an den Mondsteinen vorbei und an einem Froschparadies. Natürlich bietet die Gipfeltour auch fantastische Aussichten ins Tholeyer Tal oder bis nach Saarbrücken. Es gibt unterwegs die Sehenswürdigkeiten wie hier beschrieben und teilweise Treppen oder Seile, die über die felsigen Steige helfen.

In gewisser Weise ist der Litermont sogar der Geburtshelfer für alle Wanderwege im Saarland. Denn auf dem Litermont wurde 1907 der Saarwald-Verein gegründet. Heute sind rund 4.000 Mitglieder im Saarwald-Verein organisiert. Der Saarwald-Verein betreut ein Wegenetz von etwa 2.400km Länge.

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