Saarpolygon (Bergehalde Ensdorf)

Die Ensdorfer Halde, auch Halde Duhamel genannt, ist eine Bergehalde. Bergehalde ist kein Tippfehler mit einem „e“ zuviel. Eine Bergehalde bezieht sich auf das Nebengestein von Kohle, die sogenannte Berge. Die wird beim Kohleabbau mit aus dem Gestein geschaufelt und kommt dann auf eine Halde.

Die Bergehalde Ensdorf ist ein riesiger Schlackenberg, der weithin sichtbar aus dem restlichen Bodenniveau herausragt. Ihr Plateau ist über 150m drüber. Die „Duhamel“ hat eine Grundfläche von rund 50ha und wuchs unermüdlich seit etwa 1961. Aus dem einstigen Spitzkegel wurde ein Plateau und in der Folge wird sich ein Höhenzug entwickeln.

Die Berge wird über ein Transportband, den pipe conveyor, bis zu einem Abladepunkt transportiert und dann abgekippt. Ein Teil der Bergehalde Ensdorf ist heute begrünt. Drei Wege führen an Skulpturen und sogar einem Weinberg vorbei hinauf, wo man es sich bequem machen und die Aussicht genießen kann.

Der Wein, der hier angebaut wird, heißt Flöz Sonnenschein und liegt am Südhang der Halde. Rund 99 Rebstöcke hat der kleine Weinberg, den es hier seit 1968 gibt. Seit 2004 ist ein Teil der Halde touristisch erschlossen, der Weinberg gehört auch dazu. Bis zum Mittelplateau erwarten den Wanderer kleinere Anstiege und bereits von hier aus hat man einen guten Blick über die Saarregion. Von da aus bis zum Gipfel wird es anstrengender, was weniger geeignet ist, für Menschen, die nicht fit zu Fuß sind oder einen Kinderwagen schieben müssen.

Der zentrale Blickfang auf der Bergehalde Ensdorf ist das 2016 errichtete Saarpolygon, das an den 2012 zu Ende gegangenen Bergbau im Saarland erinnert. Auf Grund seiner exponierten Lage ist das Saarpolygon weithin aus allen Himmelsrichtungen sichtbar. Das begehbare Denkmal ist rund 30m hoch. Zu dem rund 35m überspannenden Querstück führen von beiden Seiten genau 132 Stufen in 25m Höhe. Die Aussichtsplattform wiegt rund 60 Tonnen.

Oben angekommen auf der Bergehalde Ensdorf, kann sich, wer einen Gleitschirm dabei hat, vom Plateau hinab stürzen und auf dem Flug die Agrarlandschaft der Lisdorfer Au sowie die Industriebauten wie das Kraftwerk Ensdorf betrachten. Das Kraftwerk Ensdorf wird mit Steinkohle betrieben. Es hat zwei Blöcke und Kamine, die 150m und 180m messen. Man sieht auch Reste des Bergwerks Saar, die Dillinger Hütte oder die Ford-Werke von dort oben.

Vom Plateau aus sieht man auch das Bergwerk Saar, das 2012 seine Tätigkeit einstellte. Sein Nordschacht war bis zum Ende der tiefste noch betriebene Schacht in Europa. In der Provinzialstraße steht das Ensemble der Schachtanlage Duhamel unter Denkmalschutz. Der erste Schacht des früheren Bergwerks Ensdorf wurde 1826 abgeteuft. Noch erhaltene Bauten stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Zechenhaus mit neoklassizistischer Fassade entstand 1924.

Der CDU-Politiker und Bundesminister Peter Altmaier wurde 1958 als Sohn eines Bergmanns und einer Krankenschwester in Ensdorf geboren. Seine Geburtsurkunde wurde wahrscheinlich im denkmalgeschützten Rathaus Ensdorf ausgestellt. Das dreigeschossige große Gebäude aus Sandstein entstand 1935. Es zeigt sich mit einem gestuften Giebel mit Uhr in der Mitte, einem Säulenportal mit Balkon und einem Anbau.

In Ensdorf steht die St. Marien Kirche, die in den 1860er Jahren im Stil der Neuromanik gebaut wurde. Die Basilika auf einem kreuzförmigen Grundriss erhielt 1935 Erweiterungen und der Turm ist auch nicht mehr ganz der Alte.

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