Perl (Mosel)

Perl liegt am Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg an den Hängen rechts der Mosel und ist Startpunkt gleich zweier bekannter Fernwanderwege: der Saar-Hunsrück-Steig und der Moselsteig beginnen in Perl. Berühmter Luxemburgischer Nachbar von Perl ist Schengen.

Perl ist die einzige Weingemeinde im Saarland. Grund für das gute Gedeihen der Weine in Perl ist das warme und milde Klima. Der älteste Weinberg von Perl ist der Perler Hasenberg, wo die Gemeinde einen Weinlehrpfad angelegt hat. Besonders anziehend für Weinliebhaber ist der Saarländische Weinsommer, wo an jedem Wochenende zwischen April und Oktober die Perler und Nenniger Weingüter die Gäste locken. Auf dem Weinfest in Nennig wird Ende August auch die saarländische Weinkönigin gekrönt. 

Eine Sehenswürdigkeit von Perl steht in der Biringerstraße 12. Das Palais von Nell wurde 1733 gebaut. Es hat eine stattliche Frontlänge von 24,3m mit neun Achsen. Errichtet wurde es als Hofhaus des Trierer Domkapitels. Ende des 18. Jahrhunderts kam ein Kelterhaus hinzu. Das Palais von Nell ist nur von außen zu besichtigen.

Ganzjährig offen und frei zugänglich ist der wunderschöne Barockgarten im Park vom Palais von Nell. Im Rahmen des Projekts „Gärten ohne Grenzen“ wurde der Park von Nell 1999 eingeweiht. Buchsbaumgesäumte Schmuckbeete und ein Springbrunnen laden in die Zeit des Barock im Wechsel des Jahreslaufs ein. Auf der Festwiese finden Veranstaltungen statt.  

Direkt am Park steht die katholische St. Quirinus Kapelle, die ihren Ursprung im Jahr 1700 hat. Die Kapelle entstand auf dem Zuckerknupp an der Stelle eines dem heiligen Quirinus geweihtem Brunnen. Die größere Kapelle entstand einige Jahre später als Wallfahrtsstätte für Pilger. Der Überlieferung nach sollen hier 1050 die Reliquien des Heiligen in Perl übernachtet haben. Jeden 1. Mai wird mit dem Quirinusritt und einer Pferdesegnung an die Wallfahrten gedacht.

In der Biringerstraße 1 steht die katholische Pfarrkirche St. Gervasius und Protasius mit einem romanischen Turm und einem Chor der Spätgotik. 1716 wurde das Kirchenschiff neu gebaut und 1928 erweitert. Im Inneren sehenswert ist der barocke Hochaltar, der 1740 in Lothringen geschaffen wurde. Die Kirche liegt am Jakobsweg.

Der Perler Ortsteil Besch liegt als einziger direkt an der Mosel und begeistert durch seine Moseluferpromenade, die zum Wandern, Radfahren und Erholen einlädt. In Besch, das 893 erstmalig urkundlich erwähnt wurde, finden sich zahlreiche alte Feld- und Pestkreuze. Eines davon, 1688 aufgestellt, erinnert an den Bischof Walo von Metz, der das fränkische Heer 882 angeführt haben soll, im Kampf gegen die Normannen.

Kriegerische Auseinandersetzungen spiegeln sich auch in der Anlage des Ehrenfriedhofs Besch. Er ist die größte Kriegsgräberstätte im Saarland. 2.200 Tote sind dort bestattet. Die Kirche in Besch steht unter dem Patronat von St. Margaretha und stammt aus dem Jahr 1849. 

Nördlich vom Ortskern in Perl liegt das Winzerdorfidyll Sehndorf mit dem alten Waschbrunnen aus dem 19. Jahrhundert im Zentrum. Lothringische Bauernhäuser flankieren den historischen Kern. In den das Dorf umgebenden Weinbergen finden sich ein Weinlehrpfad und einige Kreuzwegestationen, die an der Fatimakapelle im Atzbüsch auskommen, von wo man einen erhabenen Blick hat. 

Mit Perl eng verbunden ist der Ortsteil Oberperl. Die Friedenskapelle auf weiter Flur ist ein Gemeinschaftsprojekt von Deutschen und Franzosen. Wanderer können ihre Füße auf „Naubour“ in einem Kneipp-Becken mit frischem Quellwasser abkühlen. Nahebei liegt das Deutsch-Französische Naturschutzgebiet Hammelsberg. Schöne Aussichten ins Moseltal und Nahsichten auf Orchideen kann man hier erhalten.

Im Perler Ortsteil Tettingen-Butzdorf ist das privat geführte Saarländische Brennereimuseum. Seit 2007 erhält der Gast „klare“ Einblicke anhand von 50 Destillen aus dem deutschen und französischen Raum. Auf dem Gut der Brennerei fällt der Rohstoff aus 3.000 Bäumen. Das milde und zum Teil heiße Klima in dem Landstrich sorgt nicht nur für gute Weine, sondern auch für schöne Früchte! Die Kirche in Tettingen-Butzdorf ist St. Remigius geweiht und stammt aus dem Jahr 1851.

Geht man von Tettingen-Butzdorf weiter in nördlicher Richtung, wartet in Sinz ein weiteres Museum auf Aufmerksamkeit. Das Westwallmuseum Sinz, untergebracht in einem einstigen Bunker des Orscholzriegels. Gebaut wurde der Bunker 1940 als Gefechtsstand. Er diente in der Folge auch als Luftschutzbunker und war auch mal bewohnt.