Trierer Dom

Neben den vielen römischen Baudenkmälern und Wahrzeichen der Stadt ist der Trierer Dom ein ganz besonderer architektonischer Schatz des Sakralbaus! Allein um die Hohe Domkirche St. Peter in all ihren Facetten zu begreifen, dazu braucht es Zeit – manche verbringen womöglich ihr Leben damit, alles an diesem Baudenkmal zu erforschen, was die Jahrhunderte hergeben.

Die Domkirche St. Peter in Trier ist die älteste Bischofskirche Deutschlands. Als kostbarste Reliquie befindet sich im Trierer Dom der Heilige Rock Jesu Christi, den Helena, Mutter Konstantins des Großen, hierher gebracht hat. Von Helena ist in der Kirche auch eine Kopfreliquie aufbewahrt und der Dom Trier verfügt über einen Nagel vom Kreuz Christi.

Nachdem mit dem Kaiser Licinius in Mailand den bis dahin verfolgten Christen im Jahre 313 Religionsfreiheit zugesichert wurde, begann man mit dem Bau einer ersten Basilika über einem Trierer Wohnhaus. Die Deckenmalerei dieses römischen Wohnpalastes ist übrigens im Museum am Dom zu bestaunen. Reste des Wohnhauses kann man unterhalb der Dom-Information als Ausgrabung ansehen. Auch findet man dort Reste der ersten Basilika und im Rahmen einer Führung wird dem interessierten Besucher die Dom-Geschichte nähergebracht.

Die erste Doppelkirchenanlage reichte vom heutigen Dombereich bis zum Hauptmarkt und geht auf Kaiser Konstantin zurück. Am Platz sieht man in der Pflasterung die einstigen Umrisse der mächtigen Anlage und eine Bronzeplatte zeigt den Grundriss der ersten Kirche. Sie bestand aus gleich vier Basiliken und einem recht großem Taufbecken, das verdeutlicht, wie wichtig dieser Standort für das christliche Leben seinerzeit war.

Auch eine Schatzkammer hat der Dom zu bieten mit dem Andreas-Tragaltar mit Goldbesatz und edlen Steinen. Der auch genannte Egbert-Schrein ist ein bedeutendes Werk ottonischer Goldschmiedekunst. Im Dom sind auch die Räumlichkeiten, in denen Bischofswahlen stattfinden, der Kapitelsaal.

Des Weiteren ist im Dom ein Schulsaal vorhanden und in einer Kapelle der „Grummelstuhl“, wie der Trierer sagt, der Stuhl der eigenen Gerichtsbarkeit der Domstadt innerhalb der weltlichen Stadt Trier. Ein Saal heißt Propinatorium, was mit Trinksaal übersetzt wird, aber kein Ort des Gelages darstellte. Im Propinatorium wurde zu bestimmten Tagen im Jahr Armenspeisungen vorgenommen. Einer Anzahl von Bedürftigen wurde Wein und Brot gereicht, eine sehr frühe „Tafel“ sozusagen, mit dem Unterschied, dass da heute kein Wein eingeschenkt wird.

Die Orgel im Trierer Dom ist eine sogenannte Schwalbennestorgel, wiegt 30t und ist aus Aluguss, was eher selten ist in Deutschland. 67 Register, 5602 Pfeifen, die größte wiegt alleine 125kg, liegen auf vier Manualen und dem Pedal. Der Organist kann damit Stimmungen jedweder Couleur erzeugen, von getragen bis verspielt. Klänge von Trompete über Glocken, Stilepochen von Anno Dazumal bis hin zur Avantgarde lassen sich auf der Orgel interpretieren und wenn alle Register gezogen sind, wird es dem Zuhörer aufgeregt fröstelig, auch im Sommer – das geht unter die Haut.

Die Liebfrauenkirche ist mit dem Dom Teil des „UNESCO-Weltkulturerbes Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier“. Sie entstammt dem Baubeginn im 13. Jahrhundert und wurde an Stelle einer Vorgängerbasilika des Doms errichtet. Ihr Grundriss ist rosenförmig und ihre gotische Formensprache ist wundervoll ausgeführt und gehört zu den frühen Umsetzungen dieses Stils in Deutschland. Bereits das Portal ist ein Hingucker mit den Mariendarstellungen. Man sollte unbedingt reingehen, um das Raumerlebnis der Rose zu empfinden!

Gleich in Nachbarschaft zum Dom befindet sich das Museum am Dom Trier. Christliche Kunst aus 2.000 Jahren, zusammengetragen aus dem gesamten Bistum Trier, kann man dort bewundern. Ein Highlight ist die Deckenmalerei des römischen Wohnpalastes, auf dessen Mauern der Dom zum Teil errichtet wurde. Das heute von Licht durchflutete Museums war früher ein königlich-preußisches Gefängnis.