Gersheim

Gersheim an der Blies ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde Gersheim, die aus elf Ortschaften besteht. Für Lohn und Brot sorgte zwischen 1895 und 2005 der Kalkstein, der hier abgebaut wurde. In den Stollen des Kalkbergwerks fanden zu Kriegszeiten 2.000 Menschen Schutz.

Nach wie vor bietet Gersheim Schutz: Naturschutz. Das Orchideengebiet Gersheim zwischen Gersheim und Rubenheim ist ein Tummelfeld mit nahezu 30 Orchideenarten und damit der Hälfte aller Arten, die es in Deutschland gibt. 1957 wurde bereits das erste Orchideengebiet in Gersheim unter Naturschutz gestellt. Zwischen Mai und Anfang Juli werden Führungen durch das Orchideengebiet angeboten – zur besten Blütezeit.

Ein sehenswertes historisches Gebäude in Gersheim ist das Bahnhofsempfangsgebäude, das 1885 gebaut wurde. Die Eckrisalite springen quasi ins Auge. Der dreigeschossige Putzbau mit Segmentbogenfenstern und Walmdach gliedert sich zudem durch Geschossgesimse. Repräsentativ und harmonisch ausgewogen zugleich! Im historischen Bahnhof sind ein Bistro und ein Restaurant mit Biergarten zuhause. Der Bliestal-Freizeitweg führt vorbei, auf dem sich gerne Radler und Skater tummeln.

Unter Denkmalschutz steht in Gersheim auch die katholische Pfarrkirche St. Alban aus dem Jahr 1846 im Stil des Klassizismus. Alban von Mainz war ein Priester und Märtyrer um 400 und ist Schutzpatron der Stadt Mainz sowie Patron der Bauern. Er wird mit seinem abgeschlagenen Kopf in der Hand und einem Schwert dargestellt und interessanterweise auch bei Hals- und Kopfschmerzen angerufen. Nach Kriegsschäden wurde die Kirche St. Alban 1950 erneuert. Das Pfarrhaus zeigt im Türsturz die Zahl 1615. Auch eine Synagoge gab es mal in Gersheim. Sie ist heute Wohnhaus.

Mit dem Lettenberghof in der Hauptstraße hat Gersheim ein sehenswertes Bauerngehöft mit süddeutschem Einhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert. Der Lettenberghof wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Dort kann man im Hofladen Bioprodukte erwerben.

Biegt man von der Hauptstraße in die Dekan-Schindler-Straße ein, kommt man zum Ökologischen Schullandheim, dem Spohns Haus. Es bietet Umweltbildung und besteht aus mehreren Gebäuden, darunter ein Bauernhaus (das eigentliche Spohns Haus), innen modern umgerüstet für Übernachtungen, und ein polnisches Holz-Bauernhaus, das hierher umzog. Seminar- und Verwaltungskomplex, Scheunen und ein Brotbackofen stehen auch für die ökologische Bildung parat.