Wallerfangen

In Wallerfangen (französisch: Vaudrevange) finden sich die Schlösser der Familien Villeroy und von Papen sowie die Kirche St. Katharina des Architekten Franz Georg Himpler, der auch die sehenswerte Wallerfanger Josephskapelle geplant hatte, die Eugen von Boch nach Mettlach umziehen ließ.

Über die ganze Geschichte Wallerfangens berichtet das Historische Museum auf der Adolphshöhe nahe dem Fabrikplatz, wo sich einst die frühere Steingutfabrik Villeroy befand und heute das Verwaltungszentrum von Wallerfangen zu finden ist. Auf der Adolphshöhe steht das ehemalige Rathaus aus dem  Jahr 1874. Der langgestreckte Bau im Stil des Spätklassizismus mit kurzen Gebäudeflügeln an den Ecken und einem Dachreiter mit Uhr in der Mitte ist heute eine Grundschule.

Das Schloss Villeroy de Galhau, das 1794 für Lasalle de Bombon en Brie errichtet wurde, steht am Ortseingang von Wallerfangen, aus Dillingen kommend. Man sieht einen streng gegliederten, zweigeschossigen Hauptbau mit Mittelrisalit und elf Achsen (ohne Anbau). Die hohen Sprossenfenster werden farblich, und vertikal durch hellere Kassetten, voneinander getrennt. Zum Denkmal zählen auch der Garten mit Park, eine Orangerie, Häuser für einen Gärtner und Pförtner, eine Scheune und eine Remise.

Geht man von dort entlang der Hauptstraße, kommt man auf der Höhe der Hausnummer 11 zum Park von Papen, der einst zum Schloss Papen gehörte. Das Schloss wurde 1944 zerstört. Erhalten haben sich in und an der Parkanlage die Wirtschaftsgebäude. 1862 ließ der Unternehmer und Politiker Nicolas Adolphe de Galhau die alten Bauten aus dem 15. Jahrhundert abreißen und einen neuen Gutshof im Stil eines Landschlosses errichten. Der spätere Reichskanzler Franz von Papen (1879-1969) heiratete Martha von Boch-Galhau und das ganze Anwesen kam 1905 in dessen Besitz. Warum es gründlich zerstört wurde, ist auch klar, von Papen war 1933-34 der Vizekanzler im Kabinett von Hitler und später hoher Diplomat.

Gegenüber, in der Hauptstraße 11, steht die Villa Fayence mit einem dreiflügeligem Wirtschaftsgebäude. Sie zeigt sich mit zwei hohen Geschossen und einem Mezzaninobergeschoss auf einem quadratischen Grundriss. Gebaut wurde sie 1834-35.

Zwischen der Grünanlage mit den Bauten der Familie Villeroy und dem Park, mit den Resten des einstigen Reichskanzlerdomizils, steht in der Gartenstraße die alte Synagoge. Sie entstand 1892. Der kleine Saalbau mit einem flachen Satteldach zeigt sich mit nur zwei Fensterachsen und einer Eckquaderung. Bereits 1935 war die jüdische Bevölkerung soweit zurückgegangen, dass man die Synagoge aufgab und sie als Lagerhaus diente. Seit 1950 steht sie der Neuapostolischen Kirche zur Verfügung.

Wendet sich der geschichtliche Stadtspaziergang jetzt der Ortsmitte zu und Richtung St. Nikolaus Hospital, kommt man an der Kirche St. Katharina und St. Barbara vorbei. Sie wurde 1862 als neugotische Basilika gebaut und erhielt 1979 eine Erweiterung. Im Inneren auffallend sind die aufwendig gestalteten Pfeiler und die Tabernakelstele beispielsweise und außen die Wasserspeier – sie haben fast schon etwas Dämonisches.

In der Villeroystraße 3 steht Schloss Fabvier, auch das Alte Schloss genannt. Es wurde für Nicolas Villeroy erbaut. Der zweigeschossige Bau mit einem Zwerchhaus in der Mitte und neun Achsen wirkt nicht eben protzig oder alt. Das würde auch nicht zum heutigen Zweck passen, denn hier hat die Caritas ein Domizil gefunden.

In der Hospitalstraße 5 steht die Hospitalkapelle am St. Nikolaus Hospital. Es wurde 1883-85 gebaut. Die Hospitalkapelle nimmt gotisierende Formen auf. Im Inneren sind Wand- und Deckengemälde.

Benachbart ist das Schwarze Schloss, das 1843 durch Graf Guilleminot erbaut und von der Familie Galhau gekauft wurde. Es ging in die Adolph von Galhau‘sche Sophienstiftung ein und beherbergt ein Kinder- sowie ein Alten- und Pflegeheim.

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