Mettlach

Direkt an der Saarschleife liegt Mettlach. Die Saarschleife mit dem herausragenden Aussichtspunkt Cloef bei Orscholz prägt die Landschaft. Im Inneren der Saarschleife findet sich die Burgruine Montclair.

Genauso wie das Wahrzeichen Saarschleife im Saarland ist auch die Welt der Keramik aus Mettlach nicht mehr wegzudenken: Villeroy & Boch hat zahlreiche sehenswerte Spuren hinterlassen und bis heute seinen Verwaltungssitz in der Abtei Mettlach. Neben der Familiendynastie der von Bochs, begegnet man in Mettlach einer anderen Figur öfters: Lutwinus. Der fränkische Herzog und spätere Bischof von Trier gründete 676 die Abtei St. Peter und Maria, aus der heraus der Ort Mettlach hervorging.

Unter seinem Patronat steht heute noch die katholische Pfarrkirche St. Lutwinus, die auch Wallfahrtskirche ist. Was heute mit zwei hohen und zwei kleineren Türmen bestückt in den Himmel ragt, ist ein Kirchenbauwerk aus den Jahren 1901-05. Die dreischiffige, neoromanische Basilika hat einen rechteckigen Chor und eine halbrunde Apsis. Die Kirche ist wundervoll farbintensiv über den Bögen ausgemalt. Wertvoll ist die St. Lutwinus Wallfahrtsfigur aus dem 15. Jahrhundert. Zudem verfügt die Kirche über ein Kreuzreliquiar aus dem Jahr 1228.

Etwas älter als die Kirche ist das katholische Pfarrhaus. Es stammt aus dem Jahr 1865 und hat ein weit überstehendes Satteldach. Man muss an Schwarzwaldhäuser denken, aber das Pfarrhaus ist verputzt, hat interessante Fenstereinfassungen, einen Balkon über der Haustür und ein ausgemaltes Band aus Sandstein um die Mitte.

In Mettlach stehen vereinzelt weitere Häuser aus der Zeit der 19. Jahrhundertwende unter Denkmalschutz. Geschäftshäuser oder Villen aus noch sichtbarem Sandstein oder verputzt. Ein auffälliges Gebäude ist Schloss Ziegelberg. Die Villa wurde 1879 erbaut und um das Jahr 1900 erweitert. Schloss Ziegelberg wird gastronomisch betrieben. Rund um das Schloss, das ein wenig abseits vom Zentrum leicht erhöht liegt, ist eine Parklandschaft.

Eine Besonderheit ist die Klosterkapelle St. Joseph in der Bahnhofstraße. Die neugotische Kapelle von 1864 stand ursprünglich in Wallerfangen, wurde da aber nicht mehr gebraucht. Eugen von Boch nahm sich ihrer an, ließ sie Stein für Stein abbauen, über die Saar treideln und in Mettlach wiederaufbauen – auch als Familiengruft. Die kleine, recht hohe Kapelle, mit dem monumental wirkenden Eingang, die zwei Meter hoch gefliesten Wände, die Bemalung, die Bilder und das dunkelblaue Gewölbe – wie ein Sternenhimmel. Klasse!

In Mettlach gibt es ein Wasserkraftwerk an der Saar mit Schleuse. Etwas flussabwärts führt die Landstraße L 176 führt über die Saar. Die 108m lange Saarbrücke Mettlach ist die einzige Stahlhängebrücke des Saarlandes.