Blieskastel

Blieskastel ist der zentrale Ort im Bliesgau und ist weithin bekannt für seinen barocken Altstadtkern – allein in Alt-Blieskastel umfasst die Denkmalliste über 200 Einträge. Die Barockstraße Saarpfalz verbindet als touristische die ehemaligen Residenzstädte Ottweiler, Zweibrücken, Blieskastel und Saarbrücken.

Die Blüte der Barockstadt Blieskastel begann um 1660, als die Reichsfreiherren von der Leyen die Stadt erwarben. Ihren Wohnsitz verlegten sie erst im 18. Jahrhundert hierher. Erste Amtshandlung war, die einstige Burg abzureißen und ein Schloss zu bauen. Das war 1676 fertig. Die Reichsgräfin Marianne von der Leyen wurde 1793 vertrieben, ihr Schloss von den Revolutionstruppen geplündert und 1802 abgerissen. Erhalten hat sich die Schlosskirche Blieskastel aus der Bauzeit 1776 bis 1781. Sie wurde als Klosterkirche der Franziskaner errichtet im Stil des Spätbarock und bereits mit Elementen des Klassizismus.

Die Pracht und Herrlichkeit der Anlage auf dem Schlossberg erahnt man bei der Orangerie. Das Gebäude wurde zweigeschossig an die einstige mittelalterliche Burgmauer gebaut. Fünf östliche Achsen haben sich erhalten können – von 12! Damals war die Säulenhalle offen, heute ist sie verglast. Wandpfeilersockel tragen die toskanischen Säulen des Obergeschosses. Das Innere wird mit Veranstaltungen belebt, Kunst und Kultur.

In der Schlossbergstraße 48 ist auch das sogenannte „Schlösschen“ zu erwähnen. Das Hofratshaus wurde 1777 gebaut und war ab 1792 Regierungssitz, hernach Gefängnis und gehört nun zum Von-der-Leyen-Gymnasium. Die Hofratshäuser stammen zumeist aus der Bauzeit um 1775. Man sieht derer einige, wenn man seinen Altstadtbummel oben an der Schlosskirche beginnt und dann bis zum Herkulesbrunnen und zum Alten Markt mit dem Napoleonbrunnen geht.

Ein Hauptzentrum in Blieskastel ist der von Platanen gesäumte Paradeplatz. Das imposante Gebäude an der Ostseite des Platzes war erst das Oberamtshaus, dann ein Waisenhaus, danach eine Kaufhalle und Kaserne und dient heute als Rathaus. 17 Achsen lang und 5 Achsen tief! An der kurzen Seite ist das Portal, darüber ein Balkon und darüber prangt ein Relief mit dem Familienwappen von der Leyen in einem Dreiecksgiebel. Obenauf die „Gerechtigkeit“ als Figur mit verbundenen Augen und den Waagschalen.

Gegenber des Rathauses Blieskastel steht der Blieskasteler Hof, der 1784-86 gebaut wurde und sich architektonisch am Rathaus orientiert. Seinen Namen verdankt der Blieskasteler Hof einer Gaststätte, die hier einst für Speis und Trank sorgte. Heute befinden sich im Blieskasteler Hof Büro- und Praxisräume.

In der Bliesgaustraße tickt La Pendule, das Uhrenmuseum Blieskastel. Vornehmlich finden sich hier französische Pendeluhren neben deutschen und englischen Zeitmessern. Auf eine private Sammlung geht der Großteil des Bestandes von 99 Uhren zurück. Der versierte Liebhaber historischer Uhren freut sich sicher auch über die Comtoise-Uhren. Man sieht einige wunderschöne Stücke der Pendeluhren aus der Zeit zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert.

Eine andere Art der Huldigung ist in der Tiergartenstraße in Blieskastel mit der Maximiliansäule. Sie stand bei ihrer Errichtung 1823 zur Ehre des Königs Maximilian in der Saargemünder Straße. Der Umzug der 6,2m hohen und 12t Rundsäule war 1966.