Schlosskirche (Blieskastel)

Im sehenswerten barocken Ensemble in der Blieskasteler Schlossbergstraße erhebt sich die Schlosskirche. Der Impuls zum Bau der Kirche ging von Franz Karl von der Leyen aus, der den Franziskanerorden zu einer Klostergründung dort gewinnen konnte. Es entstand eine sehr schöne Kirche im Stil des Spätbarocks mit Einflüssen des Frühklassizismus.

Die Schlosskirche wurde als Bettelordenskirche gebaut und hat dementsprechend keinen Kirchturm erhalten. Obenauf sieht man auf dem Satteldach zwei Dachreiter. Der östliche von ihnen hat eine Zwiebelhaube, die mit einen flachen Altan abschließt und ein umlaufendes Geländer hat - ein kleines Markenzeichen in der Stadtsilhouette von Blieskastel.

Der Saalbau mit fünfachsigem Langhaus wurde 1778 St. Anna und St. Philipp geweiht und heißt heute auch katholische Stadtpfarrkirche St. Anna und St. Philipp. Mit dem Untergang der Reichsgrafenzeit und der Vertreibung der Mönche wurde die Kirche 1793 geplündert und beschädigt. Ihrem heutigen Erscheinungsbild ist das nicht mehr anzusehen. Allen voran imponiert das aufwändig gestaltete Westwerk des Kirchbaus. Die Fassade ist durch Pilaster gegliedert. Am Portal tragen toskanische Doppelsäulen einen Dreiecksgiebel in der sogenannten Tempelarchitektur.

Das lichtdurchströmte Innere ist durch Doppelpilaster gegliedert. Nach oben hin schließt sich eine weiße Hohlkehle an, die in die flache Decke überleitet. Dort ist ein wundervolles riesiges Gemälde zu sehen. Das stammt jedoch nicht aus der Erbauungszeit, sondern ist das Ergebnis des Münchner Malers Richard Holzner aus dem Jahr 1955. Es zeigt Szenen aus dem Martyrium des heiligen Sebastian, die heilige Dreifaltigkeit und das Auffinden des Kreuzes beispielsweise.

Die Innenausstattung besteht unter anderem aus einem Hochaltar im Stil des Rokoko, einer Kanzel und die erste Orgel ist auch noch erhalten. Die Kreuzigungsgruppe an der Altarwand stammt aus dem Jahr 1710 und aus der Schweiz. Die Kreuzwegebilder entstanden 1924. Auf dem Marienaltar stand bis 1829 die Pietà Unserer Lieben Frau mit den Pfeilen. Sie kann man heute in der Heilig-Kreuz-Kapelle bestaunen, die zum Wallfahrtskloster in Blieskastel gehört. Die Pietà aus dem 14. Jahrhundert war davor im Kloster Gräfinthal.

Ein weiterer Sakralbau prägt die Stadtsilhouette von Blieskastel. Es ist die neubarocke protestantische Kirche. Zu Zeiten der Reichsgrafen von der Leyen war die Bevölkerung weitestgehend katholisch. Die Protestanten gingen in die Kirche von Mimbach. Mit den Jahren lohnte sich jedoch der Bau einer evangelischen Kirche. Auf der Anhöhe Auf der Agd steht die Kirche im Neubarock aus Sandstein mit einem schlanken Turm mit Haube und passt sich somit dem Stadtbild an. Die Kirche konnte 1912 geweiht werden.

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