Sieg-Westerwald

Der Nordwestrand des Westerwalds verläuft entlang der Sieg, einem 155km langen Zufluss des Rheins. Die Sieg entspringt im Rothaargebirge bei Walpersdorf im Johannland. Der Oberlauf prägt Siegerland-Wittgenstein. Ab der Großstadt Siegen trennt die Sieg dann das nördlich gelegene Bergische Land vom Westerwald.

Zwischen Siegen und der Mündung bei Bonn-Geislar schneidet die Sieg ein tiefes Tal. Links der Sieg erheben sich die Höhenzüge des Hellerberglands, des Altenkirchener Westerwalds, der Leuscheid, des Pleiser Ländchens und des Siebengebirges. Sie bilden eine waldreiche und hügelige Landschaft aus, die ideal für ursprüngliche Wanderungen ist. Im Mündungsgebiet der Sieg von Hennef bis Bonn hat sich durch eine großflächige Besiedlung eine interessante Kulturlandschaft entwickelt.

Am Ostrand des Sieg-Westerwalds liegt das Hellerbergland, das von den Sieg-Zuflüssen Heller und Nister geprägt wird. Der Windhahn (517m) markiert den Einstieg ins Hellerbergland, das mit dem Druidenstein (431m) eines von 77 nationalen Geotopen besitzt. Die Kleinstädte Kirchen, Betzdorf und Wissen haben sich im Zuge der Industrialisierung und dem Bau der Eisenbahn zu größeren Orten entwickelt.

Südwestlich schließt sich rund um die Kreisstadt Altenkirchen der Altenkirchener Westerwald an, zu dem auch Hamm an der Sieg zählt. Hier wurde der große Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen geboren, der der gesamten Region bis hinab in den Rhein-Westerwald als Bürgermeister in Weyerbusch, Flammersfeld und Heddesdorf bei Neuwied seinen Stempel aufdrückte. Der Raiffeisenturm am Beulskopf erinnert an den großen Mann aus dem Westerwald. Unweit liegt das frühere Kloster Marienthal, das ein beliebter Startpunkt für Ausflüge in die Kroppacher Schweiz ist.

Die Kulturlandschaft Obere Sieg wird durch die Gemeinden Windeck, Eitorf und Hennef gebildet. Landschaftsprägend sind die Bergüge Leuscheid und Lindscheid, die sich vom Siegtal aus erheben. Bemerkenswert ist die mittelalterliche Stadt Blankenberg mit ihrer Burgruine, die zu den besterhaltenen Großburgen im Rheinland zählt. Weiter siegabwärts liegt der Dondorfer See, ein schönes Naturschutzgebiet an einem Altarm der Sieg. Es schließt sich Hennef an, die Stadt der 100 Dörfer mit der mächtigen Pfarrkirche St. Simon und Judas. Ihr 74m hoher Kirchturm ist der größte im Rhein-Sieg-Kreis.

Das Mündungsgebiet der Sieg liegt im Pleiser Ländchen und ist neben der Ahr-Mündung an der Goldenen Meile die einzige naturbelassene Rheinmündung nördlich von Basel. An einer historischen Seilfähre kann man sich in Bonn-Geislar ein Bild davon machen. Rheinaufwärts – südlich der Siegmündung – liegt der Ennert, ein dem Siebengebirge vorgelagertes Hügelland. Hier wurde in Beuel die Altweiberfastnacht erfunden, hier wird in Pützchen seit 1367 Markt gehalten, in Limperich der nördlichste Rheinwein angebaut und in Oberkassel das älteste Haustier der Menschheit gefunden: Ein Hund, den vor rund 14.000 Jahren das Zeitliche segnete.

Der Ennert geht ins Siebengebirge über, das sich im Hinterland der Rheinorte Königswinter und Bad Honnef erhebt. Der imposante Drachenfels (321m) mit Seilbahn, Burgruine und Schloss, das Gästehaus der Bundesrepublik am Petersberg (321m), das frühere Kloster Heisterbach, der Große Ölberg (460m) – der höchste der Siebengebirgs-Berge – und die Löwenburg (455m), das malerische Rhöndorf mit dem Adenauer-Museum und die im Rhein gelegene Insel Grafenwerth mit beeindruckender Aussicht auf das Siebengebirgs-Relief verbinden auf kleinstem Raum schöne Aussichten, Ansichten und Einsichten.

Der Sieg-Westerwald wird – insbesondere im Siebengebirge und dem Pleiser Ländchen – von zahlreichen Wanderwegen durchzogen. Am Rhein selbst passieren Rheinsteig und Rheinhöhenweg die Region. Der Altenkirchener Westerwald wird von Wiedweg, Westerwaldsteig und dem Hauptwanderweg 3 von Au an der Sieg nach Bad Ems durchquert. Vom Kloster Marienthal aus startet der Marienwanderweg in die Kroppacher Schweiz.

Der Sieg-Westerwald erstreckt sich beiderseits der Autobahn A 3 zwischen der Abfahrt Bad Honnef / Linz am Rhein und dem Kreuz Bonn / Siegburg. Hier treffen sich A 3 und die Kölner Flughafenautobahn A 560. Fährt man die A 560 weiter ostwärts, geht diese in die Bundesstraße B 8 über, die nach Altenkirchen und weiter in den Oberen Westerwald führt.

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