Stadt Blankenberg

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Die Mittelalterstadt Blankenberg hoch über der Sieg auf einem Felssporn gelegen ist eine der beliebtesten Ausflugsziele im Siegtal. Um 1180 errichteten die Grafen von Sayn eine Burg auf blankem Felsgestein, um die nördliche Grenze ihrer Besitzungen zu sichern. Um diese Burg Blankenberg bildete sich bald eine Siedlung, der 1245 die Stadtrechte verliehen wurden.

Die alte Burg Blankenberg, auf dem Hardt 80m hoch über dem Flusstal gelegen, bildete eine der mächtigsten Befestigungsanlagen im westdeutschen Raum. Trotzdem konnten schwedische Truppen die Anlage während des Dreißigjährigen Krieges einnehmen und fast vollständig zerstören. Erhalten sind Reste des Palas, des Pfortenhauses und spärliche Überbleibsel einer Doppelkapelle. Auf der Südseite steht ein mächtiger Bastionsturm aus dem 15. Jahrhundert. Die Nordseite bewacht ein runder, etwa 15m hoher Bergfried.

Von der Burgruine hat man einen sehr guten Ausblick aufs Siegtal mit Hennef als nächstem großen Ort, das Nutscheid im Bergischen Land und die Leuscheid im Westerwald bis hinüber zum Siebengebirge am Rhein. Die Besichtigung der Ruine ist jedoch nur zu bestimmten Öffnungszeiten möglich. Im Winter ist der Zugang ganz gesperrt.

Unterhalb der Burgruine gruppieren sich die Häuser der ab dem 13. Jahrhundert angelegten Neustadt Blankenberg. Zusammen mit Burgruine, Vorburg und den Mauerresten der Altstadt bildet sie eines der besterhaltenen Beispiele einer mittelalterlichen Großburganlage im Rheinland.

Zentrum des Ortes ist der kastanienbestandene Marktplatz, der mit seinen hübschen Fachwerkhäusern ein sehenswertes Ensemble bildet. Kleine Gassen mit blumengeschmückten Häusern laden zu einem Spaziergang im mittelalterlichen Flair von Stadt Blankenberg ein. Besonders sehenswert ist das Runenhaus, ein aufwändiges Fachwerkhaus, in dem heute der Kindergarten Süchterscheid untergebracht ist.

Im Katharinenturm, dem Hauptturm der Befestigungsanlage im Süden der Stadt, befindet sich seit 1936 ein Museum. Das Museum zeigt heute Gegenstände zur Geschichte und zum Leben der Menschen in der Stadt Blankenberg. Weiterhin gehören Sakralkunst wie Skulpturen, Grabsteine und handgeschriebene Gebetbücher zur Sammlung. Auch ein maßstabgetreues Modell der Stadt Blankenberg mit der kompletten Burganlage kann im Turmmuseum besichtigt werden.

Das Wahrzeichen von Stadt Blankenberg ist die Pfarrkirche Sankt Katharina, die ab 1245 gebaut wurde. Zerstörungen nach dem Dreißigjährigen Krieg und dem Zweiten Weltkrieg wurden jeweils wieder saniert, dann aber brannte 1983 die Sankt Katharina Kirche bis auf die Grundmauern ab. Im Jahr 1986 wurde die mittelalterliche Kirche wieder aufgebaut. Reste von Wandmalereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind Zeugnisse der langen Geschichte dieses Gotteshauses.

Vermutlich seit der Burggründung ist Blankenberg wie viele andere Ecken an der Sieg auch Weinbaugebiet gewesen. Die alte, zwischenzeitlich überall an der Sieg eingestellte Tradition ist heute in Blankenberg wieder mit einem kleinen Weinberg und einem zweistündigen Weinwanderweg belebt. Nachdem zwei der letzten hundertjährigen Weinstöcke jüngst vernichtet wurden, steht noch ein Exemplar der seltenen historischen Sorte Schwarzer Oberlin an der südlichen Burgmauer.

Im Keller des Runenhauses hat der örtliche Heimatverein ein Weinbaumuseum eingerichtet. Der Fundus beinhaltet historische Werkzeuge, Weinfässer, Weingläser, historische Weinbauverordnungen und eine kleine Weinpresse. Zwischen dem Weinberg an der Stadtmauer und Weinbaumuseum steht direkt am Weinwanderweg seit 2002 eine historische Baumkelter, die wahrscheinlich um 1620 gebaut wurde.

Einmal jährlich, am Wochenende vor dem ersten Advent, findet in Stadt Blankenberg der Mittelaltermarkt statt. Eine bessere Kulisse können die Marketender wohl kaum finden. Seit 2002 finden sich Händler mit historischen Handwerksprodukten in Stadt Blankenberg ein. Was dabei von manchem Besucher vergessen wird: Zeitgleich ist Katharinen-Kirmes und die wird bereits seit 1248 regelmäßig im Schatten der Burgruine Blankenberg gefeiert.

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