Hennef (Sieg)

Hennef, die Stadt der hundert Dörfer, wurde 1969 aus der Zusammenlegung mehrerer vorher selbstständiger Gemeinden gebildet und erhielt 1981 die Stadtrechte. Hennef liegt mit den Stadtteilen Warth und Geistingen am Südufer der Sieg. Seit 2005 besteht eine durchgängige Uferpromenade am neu gestalteten Chronos-Areal, die Fahrradfahrer und Fußgänger nutzen können.

Der Altstadtkern von Hennef weist einige Barockbauten aus der Zeit auf, als Blankenberg das Zentrum der Region war und als Stadt Verwaltungsbeamte nach Hennef entsandte. Außerdem dokumentieren drei gut erhaltene Hofanlage in der Frankfurter Straße die städtebauliche Entwicklung von Hennef.

An der Einmündung der Steinstraße liegt der Heymershof von 1790, der zwischen 1817 und 1825 Sitz des Landratsamtes des Kreises Siegburg war und heute noch mit seinen beiden Wirtschaftsflügeln vollständig erhalten ist. Weiter östlich folgt der Proffenhof, der 1722 erbaut wurde und Sitz der Blankenberger Richter war.

1711 wurde der Lindenhof errichtet, dessen Garten denkmalgeschützt ist und der heute eine Kunstgalerie beherbergt. Auch hier sind die beiden Wirtschaftsflügel nahezu vollständig erhalten. Gegenüber der Kaiserstraße findet sich die Wasserburg, die 1766 anstelle eines älteren Gebäudes von 1582 entstand und nach seinem Erbauer lange Zeit auch Paeffgens-Hof hieß. Vor dem Haus ist noch ein Teil des ehemaligen namensgebenden, aber heute trockenliegenden Wassergrabens erhalten.

Im Stadtkern liegt auch die katholische Pfarrkirche St. Simon und Judas. Die erste Erwähnung einer Kirche in Hennef datiert auf das Jahr 1064. Diese mittelalterliche Kirche existiert heute nicht mehr, da im 18. Jahrhundert ein Neubau errichtet wurde. Dieser war aber schnell zu klein, so dass die heutige Pfarrkirche 1898-1900 im neugotischen Stil errichtet wurde. Der Kirchturm musste in den 1960er Jahren abgetragen werden und wurde 1973 in Ziegeln neu errichtet. Er ist mit 74m der höchste Kirchturm im Rhein-Sieg-Kreis.

Etwa 500m südlich der Pfarrkirche liegt das Kurtheater Hennef. 1938 als Lichtspielhaus eröffnet wurde es 1949 zum Opernhaus mit 600 Plätzen erweitert, was sich allerdings nicht rechnete. 2003 gaben die Besitzer den Betrieb schließlich auf und ein Verein pachtete das Gebäude, um es vor der Schließung zu bewahren. Seitdem hagelt es Auszeichnungen für das herausragende Filmprogramm. Und auch als Kleinkunstbühne macht das Kurtheater Hennef eine ausgezeichnete Figur.

Einen Rundgang durch Hennef unternimmt man am besten auf dem 2007 eingerichteten Waagen-Wanderweg. Er verdankt seinem Namen der Tatsache, dass 1883 in Hennef von Carl Reuther und Eduard Reisert die automatische Waage – die Chronos-Waage – erfunden wurde.

Der Waagen-Wanderweg führt über 22 Stationen mit Informationstafeln vom Hennefer Rathaus und den Zissendorfer Hof zur Frankfurter Straße. Hier steht direkt gegenüber dem früheren Chronos-Werk eine große Informationstafel, die die Entwicklung dieses für das Stadtbild so wichtigen Werkes darstellt: von der kleinen Fabrik bis zum Großbetrieb mit prächtigen Verwaltungsgebäuden und Villen.

Wer auf große Feiern steht, sollte sich den dritten Sonntag im September merken. Dann feiert Hennef Stadtfest und 100.000 Besucher drängen sich auf der auf 900m abgesperrten Frankfurter Straße bei Bier, Wein und Musik. Im Sommer gibt’s darüber hinaus die preisgekrönte Europawoche mit einem großen Abschlussfest auf dem Marktplatz und dem Hennefer Europawochenlauf.