Druidenstein (Herkersdorf)


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Am Westrand des Windhahn-Höhenzugs liegt Herkersdorf, ein Stadtteil von Kirchen an der Sieg. Bekannt ist Herkersdorf vor allem durch den Druidenstein (431m), einem sagenumwobenen Basaltkegel, der 2006 als eines von 77 National-Geotopen in Deutschland ausgezeichnet wurde.

Der Druidenstein ist etwa 25 Mio. Jahre alt und verdankt seine besondere Form der aufsteigendem Magma, die hier den nördlichsten Teil des basaltischen Westerwalds ausbildete. Die Säulen, die den Druidenstein formen, sind wie die Scheite in einem Kohlenmeiler gebündelt. Die einzelnen Säulen dieser Meilerstellung sind heute noch bis zu 15m hoch.

Die besondere Form machte den Druidenstein schon in vorchristlicher Zeit zu einer kultischen Stätte. Hier errichteten Chatten einen Thingplatz und die heimische Sagenwelt berichtet von einer Druidin namens Herke, die hier einst geopfert wurde, weil sie ihre druidische Keuschheit hingab. Dieser Sage um Herke und ihren Liebhaber, der ebenfalls zu Tode kam, verdankt Herkersdorf übrigens möglicherweise seinen Namen.

Der Druidenstein ist bereits seit 1869 geschützt, was ihn davor bewahrte, als günstiger Steinbruch abgetragen zu werden. In den 1920er Jahren errichteten die Herkersdorfer einen Kreuzweg vom Ort hinauf zum Druidenstein. Einzelne Stationen dieses Kreuzwegs sind mit wertvollen Erzstufen ausgeschmückt. An Himmelfahrt findet eine Prozession statt, die über den Kreuzweg zum Druidenstein führt.

In den 1950er Jahren diente der Druidenstein als Schauplatz für Theateraufführungen. Die Einnahmen aus den Veranstaltungen auf der Druidenstein-Freilichtbühne legten die Dorfbewohner 1960 im Bau der sehenswerten Heilig-Kreuz-Kirche in Herkersdorf an.

Herkersdorf selbst liegt im Imhäuser Tal und wird von Kirchen durch den Kahlberg (406m) getrennt. Hier am Kahlberg wurde 1911 durch eine großzügige Spende des Kirchener Millionärs Otto Stein ein 16m hoher Aussichtsturm aus Thomasstahl errichtet, von dem man eine prächtige Sicht ins Siegerland und bei gutem Wetter bis hinein ins Siebengebirge hatte. 2006 musste dieser Ottoturm allerdings niedergelegt werden und wurde 2010 durch einen 18,59m hohen Neubau ersetzt.

Zum Druidenstein führen zahlreiche Wanderwege. U.a. passiert der Europäische Fernwanderweg E 1 den Basaltkegel. Und der prämierte Themenweg Druidensteig ehrt das nationale Geotop bei Kirchen an der Sieg sogar durch seine Namensgebung.


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