Ennert

Campingplatz im EichenwaldCampingplatz im Eichenwald

Der Ennert ist ein bewaldeter Höhenzug im rechtsrheinischen Bonner Stadtbezirk Beuel. Er bildet das Verbindungsstück zwischen Siebengebirge im Süden und Kölner Bucht im Norden und gehört zum Pleiser Ländchen. Der gesamte Höhenzug hat vom nördlichsten Hang bei Holzlar bis zum Juffernberg (191m) im Südosten eine Länge von knapp 4km. Im Süden schließt sich mit der Dollendorfer Hardt (246m) die erste Erhebung des Siebengebirges an.

Der Ennert ist als Natur- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Die Narben, die durch den Braunkohle- und Alaunabbau bis in das Jahr 1876 entstanden waren, sind weitestgehend verheilt. Im Ennert sind heute seltene Tiere wie Feuersalamander, Glattnattern und Blindschleichen zu finden.

Im Nordosten erhebt sich die Holtorfer Hardt (151m). Am Westhang wurden drei hochkuppelige Hügelgräber aus der Zeit um 4000 v.Chr. gefunden, die auf eine frühe Besiedlung hinweisen. An der Holtorfer Hardt ist der Sitz der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung des Landes Nordrhein-Westfalen, die hier auch ein kleines Wildgehege betreibt.

Der Ennert (151m) gab dem gesamten Höhenzug seinen Namen. Er liegt westlich von Küdinghoven. Hier steht das 1820 vom Kölner Tabakfabrikant Heinrich Josef Foveaux erbaute Foveaux-Häuschen mit seinem charakteristischen Dreieckgiebel. Früher war das Foveaux-Häuschen ein beliebter Studententreffpunkt, heute ein gut frequentierter Rastplatz für Wanderer.

Südlich schließt sich der Röckesberg (165m) an. Hier liegt der Dornheckensee, ein zugelaufener Basaltkrater mit 16m Tiefe, der nur knapp 200m lang ist, aber wegen seiner schönen Lage trotzdem ein beliebtes Ziel ist. Allerdings nicht nur für züchtig bekleidete Wanderer, sondern auch für textillose Sonnenanbeter. Etwas weiter südlich schließt sich der Blaue See an. Der auf Karten noch vielfach verzeichnete Märchensee ist mittlerweile ausgetrocknet.

An der Rabenlay (180m) und am Kuckstein (190m) wurde noch bis 1930 Basalt abgebaut. Dadurch sind teilweise markante Felsabbruchkanten entstanden, die von Wanderern wegen ihrer schönen Aussicht häufig besucht werden. Die unterhalb des Kucksteins gelegenen Blockhalden sind ein hochspezialisiertes Biotop, in dem u.a. die bedrohte Zippammer brütet und eine vielfältige Reptilienfauna heimisch ist. Am Hang des Kucksteins wurde 1914 das Doppelgrab von Oberkassel entdeckt.

Der Paffelsberg (195m) ist die höchste Erhebung des Ennert-Höhenzugs und gleichzeitig der höchste Berg auf dem Stadtgebiet von Bonn. Zusammen mit seinem südlich gelegenen Nachbarn, dem Juffernberg (191m) markiert der Paffelsberg zugleich den Übergang ins deutlich höhere Siebengebirge, das sich mit der Dollendorfer Hardt anschließt.