Weyerbusch

Auf der waldreichen Höhe zwischen Sieg und Wied liegt direkt an der Raiffeisenstraße B 8 der Ort Weyerbusch. Hier war von 1845-48 der aus Hamm an der Sieg gebürtige Friedrich Wilhelm Raiffeisen Bürgermeister und ersann die Grundzüge des Genossenschaftswesens.

1846 und 1847 waren zwei schlimme Jahre mit zahlreichen Ernteausfällen, die zu historischen Hungerwintern führten und als Wegbereiter der Märzrevolutionen in Deutschland gelten. Raiffeisen klagte nicht, sondern handelte und gründete den Weyerbuscher Brodverein. Vermögende Bürger konnten gegen einen geringen Zins Geld einzahlen, wovon Brot für die Armen gekauft wurde. Denn vom Staat wurden Lebensmittel und Saatgut nur gegen Geld abgegeben.

Das Raiffeisen-Backhaus zählt deshalb heute noch zu den Sehenswürdigkeiten, die Besucher aus der ganzen Welt angezogen haben. Ergänzt wird diese Keimzelle der genossenschaftlichen Idee von einem Raiffeisenhaus mit Begegnungszentrum und einem Raiffeisendenkmal.

Der frühere Amtssitz von Bürgermeister Raiffeisen, die Villa Sonnenhof, wurde in einem vorbildlich Public-Private-Partnership zu einem Hotel- und Gastronomiebetrieb umgebaut, der 2006 vom SWR zu den zwanzig besten Landgasthöfen in Rheinland-Pfalz gewählt wurde.

Neben den Raiffeisen-Erinnerungen ist in Weyerbusch die katholische St. Josef Kirche sehenswert. Der aus Bruchstein errichtete neugotische Saalbau wurde 1864 eingeweiht.

2009 wurde in Weyerbusch das Kunsthaus Depositum eingeweiht, das zukünftig der Standort für das Stiftungsgut des Künstlers Erwin Wortelkamp ist. Der aus Hamm (Sieg) gebürtige Wortelkamp hat nicht nur auf der Documenta Kassel und dem Dresdener Albertinum ausgestellt, sondern auch den Skulpturenpark Im Tal im 2km entfernten Hasselbach ins Leben gerufen.