Lahn-Westerwald

Der Lahn-Westerwald ist der südöstliche Teil des Westerwalds, der im Süden zwischen Diez und Niederlahnstein von der Lahn gegenüber dem Taunus abgegrenzt wird. Nach Norden erheben sich direkt vom Lahntal an die Höhenzüge der Montabaurer Höhe bis zum Kannenbäckerland hin. Der Lahn-Westerwald umfasst rund die Hälfte der Fläche des Naturparks Nassau und ist wegen seiner vielen Bachtäler, dem hohen Waldbestand und vieler Sehenswürdigkeiten ein ideales Wandergebiet, das sich in acht Teilgebiete einteilen lässt.

Die Esterau liegt ganz im Südosten des Lahn-Westerwalds. Ihren Namen verdankt die Esterau dem Ort Esten, der 1688 mit Verleihung der Stadtrechte in Holzappel umbenannt wurde. Das historische Herrschaftsgebiet ist heute eine beliebtes Wanderregion, durch die u.a. der Lahnwanderweg und der Halfterweg ab Diez führen. Beliebtes Ausflugsziele sind der Herthasee bei Holzappel und der Höchst (443m). Zu den kulturellen Höhepunkten zählt die evangelische Peterkirche in Altendiez, die Waldensersiedlung Charlottenberg und die Ruine der Laurenburg. Aber auch der Cramberger Bogen bei Geilnau ist eine schönes Wandergebiet.

Lahnabwärts mündet bei Obernhof der von Montabaur kommende Gelbach in die Lahn. Das Gelbachtal zählt zu den schönsten Seitentälern der Lahn. Schon am Oberlauf lockt die Wallfahrtskapelle in Wirzenborn den kulturell interessierten Besucher. Echten Lahnwein kann man noch im Wein- und Erdbeerdorf Weinähr genießen und in Obernhof genießt man vom Goethepunkt den wahrscheinlich schönsten Lahnblick. Eine kleine Enklave im Gelbachtal hört auf den schönen Namen Buchfinkenland. Hier liegt u.a. der Wild- und Freizeitpark Westerwald.

An das Gelbachtal schließen sich nach Westen hin die Gelbachhöhen an. In Holler findet der interessierte Wanderer das Naturschutzzentrum Westerwald, in Unterhausen sind die größten Lindenbäume des Westerwalds zu bewundern. Niederelbert – Geburtsort von Rudolf Scharping – lockt mit einem Biotoplehrpfad zur Orchideenwiese und in Oberelbert lohnt ein Marsch durch das Naturschutzgebiet Stelzenbachwiesen. Welschneudorf am Fuße des Dielkopfs (478m) ist übrigens die höchste Ortslage im Lahn-Westerwald.

Rund um die malerische Kleinstadt Nassau erstreckt sich der nördliche Teil des Nassauer Lands. Die Kleinstadt an der Lahn verfügt über zahlreiche Sehenswürdigkeiten, z.B. die Ruine der Burg Nassau, wo die Vorfahren der holländischen Könige residierten. Das Stadtschloss Nassau und der Adelsheimer Hof - eines der schönsten Fachwerkrathäuser im Lahntal - sind weitere beliebte Fotomotive. Einen schönen Überblick über das Nassauer Land erhält man beispielsweise vom Gickelsturm oder dem Katzenstein, einem Aussichtshochsitz auf der Windener Höhe.

Im Mündungsgebiet des Emsbachtals liegt das Kaiserbad Bad Ems. Die bekannte Kurstadt ist dank zahlungskräftiger Kurgäste ein architektonisches Kleinod. Der große Kursaal, die russisch-orthodoxe Kirche oder das Vier-Türme-Haus sind nur einige der Sehenswürdigkeiten. Wer das Ensemble mit etwas Abstand betrachten möchte, führt mit der Kurwaldbahn hinauf auf die Lahnhöhen und von dort die Aussicht genießen. Weiter lahnaufwärts am Concordiaturm vorbei erreicht man Dausenau, dessen schiefer Turm am Ortseingang sich stärker neigt als der bekannte Turm in Pisa. Wahrscheinlich hat er zu oft ins Glas geschaut, denn in unmittelbarer Nachbarschaft lädt das Wirtshaus an der Lahn zu einem Schoppen Wein.

Der letzte Abschnitt im Lahntal führt zur Ruppertsklamm und an die Lahnsteiner Pforte, das nördliche Endstück des UNESCO Welterbes Oberes Mittelrheintal. In Niederlahnstein an der Mündung der Lahn findet sich mit dem Dietkirchener Hof eines der zehn ältesten Wohnhäuser Deutschland und mit der Johanniskirche die erste Emporenkirche am Mittelrhein. Von hier knickt der Lahn-Westerwald nördlich ab und folgt dem Rhein. Man erreicht über Fort Asterstein die Festung Ehrenbreitstein mit der Rheinseilbahn und dem Landesmuseum Koblenz. Sehenswert ist auch die Landschaftsbilderbibel in Arenberg.

Östlich der Lahnsteiner Pforte geht es hinauf auf die Montabaurer Höhe, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet im Westerwald und Standort des Aussichtsturms auf dem Köppel (540m) mit perfekter Fernsicht über den Lahn-Westerwald bis weit hinein in die Eifel, den Hunsrück und den Taunus. Nur am Südwestrand ist die Montabaurer Höhe besiedelt. Hier lohnt ein Abstecher zur Ruine der Sporkenburg oder zum Aboretum in Neuhäusel.

Vom Köppel aus senkt sich die Höhenlage wieder auf rund 300m und es schließt sich die Montabaurer Senke an mit der Kreisstadt des Westerwaldkreis im Mittelpunkt: Montabaur. Hier steht mit der 959 errichteten St. Peter in Ketten nicht nur die älteste Kirche des Westerwalds, sondern hier thront auch das gelb-ockerfarbene Schloss Montabaur, das manchem schon bei einer Fahrt über die A 3 ins Auge gefallen ist. Östlich schließen sich an die Stadt die Täler von Ahrbach (bei Ruppach-Goldhausen und Heiligenroth), Eisenbach (bei Girod und Nomborn) und Erbach (bei Nentershausen) an.

Der Lahn-Westerwald wird nördlich von der Autobahn A 3 auf der Strecke von Frankfurt am Main nach Köln eingefasst. Kommt man von Osten, kann man bei Diez abfahren und dem Lahntal auf der Bundesstraße B 417 (Lahn-Ferienstraße) bis Nassau und von da weiter über die B 260 (Bäderstraße Taunus) bis nach Lahnstein folgen. Kommt man von Norden nimmt man die Ausfahrt Montabaur und schlägt auf die B 49 ein, die nach Koblenz an die Lahnsteiner Pforte führt. Von Westen kann man auch über die Autobahn A 48 nach Koblenz fahren und von dort vice versa den Lahn-Westerwald durchqueren.