Diez

Gasthof Zum LahntalGasthof Zum Lahntal

Die Stadt Diez ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde in Rheinland-Pfalz, hat 11.000 Einwohner und geht an der Grenzstraße direkt in das Stadtgebiet der hessischen Kreisstadt Limburg über. Hier an der Mündung der Aar in die Lahn präsentiert sich Diez als ein bunte Mischung aus Kleinstadt mit historischem Flair, verwinkelten Altstadt-Gassen, bewaldetem Stadtberg, Mittelgebirgsausläufern, Flüssen und Seen, die Diez einen hohen Freizeitwert verleihen.

Das Stadtbild wird vom mittelalterlichen Grafenschloss Diez dominiert, dessen älteste Bauteile wie der Bergfried aus dem 11. Jahrhundert stammen. In späteren Jahren wurden neue Gebäude angebaut, etwa im 14. Jahrhundert das Gotische Haus, der Palas des Schlosses. Im 18. Jahrhundert wurde das Grafenschloss im barocken Stil verändert, diente dann aber nicht mehr als Residenz, sondern als Amtshaus und später als Zuchthaus.

Seit dem Sommer 2006 hat das Grafenschloss eine neue Nutzung: Als eine der schönsten Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz. Im Oktober 2007 wurde hier außerdem das neue Museum im Grafenschloss untergebracht, das die Nassauische Geschichte beleuchtet.

Die mittelalterliche Stiftskirche St. Maria, die Graf Gerhard IV. anno 1289 erbauen ließ, liegt unterhalb des Grafenschlosses. Sie war Sitz eines Chorherrenstifts und der Mutter Gottes geweiht. Im Inneren der Stiftskirche sind einige Grabmäler von Diezer und Nassauer Adligen zu finden. Das älteste ist ein Grab aus dem Jahr 1343. Besonders aufwändig gestaltet ist das Grab der Fürstin Amalie von Diez-Nassau mit dem üppig verzierten Sarkophag aus schwarzem Lahnmarmor. Ein markantes Ausstattungsstück der Stiftskirche ist der romanische Grabstein, der noch älter ist als die Kirche selbst. Seine Herkunft ist nicht bekannt.

Unterhalb der Stiftskirche verläuft die Pfaffengasse. Hier liegt das Eberhardsche Schlösschen, ein kleines Palais, das heute als Kulturhaus der Stadt Diez dient. Am Eberhardschen Schlösschen erinnert eine Gedenktafel an den Schriftsteller Fritz von Unruh, der 1970 in Diez verstarb. Der bedeutende Vertreter des Expressionismus wurde von Nobelpreisträger Albert Einstein wie folgt charakterisiert: „Fritz von Unruh is in truth an inspiring model for all mankind“.

Hinter dem Eberhardschen Schlösschen liegt der kleine Garten Eberhard, der bis hinab zur Lahn reicht. Er setzt auf kleiner Fläche die typischen Gestaltungskriterien des Barockgartens um: Symmetrie, Sichtachsen und bauliche Elemente wie z.B. ein Pavillon und Denkmäler, die an berühmte Menschen erinnern. Der Garten Eberhard liegt direkt an der Stadtmauer. Steigt man die Treppe hoch, hat man einen schönen Blick auf die Lahn und die gegenüberliegende evangelische Kirche St. Peter.

Am Ende der Pfaffengasse liegt der alte Markt der mittelalterlichen Stadt Diez, die als Gesamteinheit unter Denkmalschutz steht. Hier steht auch das alte Fachwerk-Rathaus von Diez, das von 1583-1872 Sitz des Bürgermeister war. Vom Marktplatz führt die alte Lahnbrücke hinüber in den Westerwald.

Fürstin Amalie ließ südlich an die Altstadt zur Aar hin die Neustadt errichten. Der barocke Marktplatz ist das Zentrum der Neustadt, von dem die Schulstraße abzweigt. Man sieht sofort, dass diese Achse auf dem Reißbrett entstand, so einheitlich sind die Gebäude, die aufgrund der Verbindungen des Hauses Nassau mit den Niederlanden auch Holländisches Viertel genannt werden.

In Diez lohnt sich auch ein Besuch der gepflegten Grünanlagen. An vorderster Stelle steht der Diezer Stadtwald Hain. Ursprünglich war der Hain ein Teil der Parkanlage von Schloss Oranienstein, dann schenkte Wilhelm V., Prinz von Oranien, das ca. 40ha große Areal der Stadt. Heute ist der Hain ein Naherholungsgebiet für die Diezer Bürger, u. a. mit Spielplatz und Minigolfplatz. Zu den Diezer Grünanlagen gehören außerdem der Vorderwald, ebenfalls Stadtwald, der Garten Eberhard, der Robert-Heck-Park mit alten und seltenen Bäumen sowie die Lahnanlagen.