Schloss Oranienstein

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1671-84 ließ Fürstin Albertine Agnes von Oranien-Nassau Schloss Oranienstein an der Stelle bauen, wo sich die Ruinen des ehemaligen Benediktinerinnenklosters Dierstein befanden. Beim Errichten des Hauptflügels wurden die noch erhaltenen romanischen Klostermauern mit einbezogen. Schloss Oranienstein in Diez gilt als eines der vier Mutterhäuser des niederländischen Königshauses. Sein Name bezieht sich auf den Dillenburger Fürst Wilhelm von Oranien, den bis heute in der niederländischen Nationalhymne besungene Befreier Hollands, der von der Ginsburg aus gegen die Spanier zog.

Im Auftrag von Albertines Nichte, Henriette Amalie von Nassau-Diez, wurde das Schloss 1696 zum Barockschloss Oranienstein umgestaltet – im Stil des niederländischen Barocks, der stark von dem französischen König Louis XVI. beeinflusst war. Als Architekt wurde der Franzose Daniel Marot verpflichtet, dessen Vater am Bau von Schloss Versailles beteiligt war. Die Bauarbeiten dauerten bis 1705 an. Besonders erwähnenswert sind die aufwändigen Stuckdecken, für die eigens italienische Spezialisten geholt wurden, sowie die Fresken, die der niederländische Künstler Jan van Dyck gestaltete.

Mit der Umstrukturierung des Hauses Nassau und der damit verbundenen Herrschaft 1743 verliert Schloss Oranienstein seine Bedeutung. Das neue Residenzschloss der Familie war von da an Schloss Dillenburg. Wilhelm V. von Oranien nutzte das Schloss ab 1801 nochmals als Residenz und beauftragte die Gestaltung des Schlossgartens. 1806 fiel Schloss Oranienstein an die Großherzöge von Berg. 1811 wurde unter Napoleon die gesamte Ausstattung des Schlosses versteigert. Nach dem Wiener Kongress ging Schloss Oranienstein an das neue Herzogtum Nassau.

Nach dem Deutschen Krieg fiel Nassau, das mit dem Verlierer Österreich gekämpft hatte, an Preußen. Die Preußische Regierung plante zunächst, die Provinzial-Irrenanstalt auf Schloss Oranienstein unterzubringen, unterließ dies aber nach Protesten des Niederländischen Königshauses. Ein Jahr darauf wurde stattdessen eine preußische Kadettenanstalt eingerichtet, die nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgelöst wurde, und auf die eine Besetzung durch französische Truppen folgte. 1929 wurde das Schloss renoviert und wieder freigegeben, um hier das Nassauische Heimatmuseum einzurichten.

Heute ist Schloss Oranienstein wieder im Besitz der Bundeswehr, die hier ein Sanitätskommando stationiert hat. Von den 318 Räumen des Schlosses können im Rahmen von Führungen der blau-goldene Saal, der Marschallsaal, das Gartenkabinett, die Schlosskapelle, die Gartenterrasse und das Museum Nassau-Oranien, das die Geschichte des niederländischen Königshauses dokumentiert, besichtigt werden.

Seit 1996 finden in Diez die Oraniensteiner Konzerte statt. Die Konzertreihe erfreut sich mittlerweile einer überregionalen Bedeutung. Unter dem Motto Klassik und Aufbruch werden Werke aus Barock, Klassik und Romantik sowie zeitgenössische Musik gespielt. Die Oraniensteiner Konzerte finden von Januar bis Dezember statt; Veranstaltungsorte sind u.a. Schlosskapelle und Orangerie von Schloss Oranienstein sowie die Stiftskirche Diez.