Geilnau


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Am Ende des Schwarbachtals in der Mitte des Cramberger Bogens, den die Lahn hier schlägt, beginnt der Ort Geilnau. Seinen Namen verdankt Geilnau den fruchtbaren (geilen) Auen am Lahnufer. Aber auch die steilen Hänge hin zum Mühlenberg im Norden müssen ertragreich gewesen sein, denn schon seit 1572 ist eine Kapelle mit eigenen Weinbergen in Geilnau verbürgt.

Bis 1630 wurde die Kapelle auch noch der Zweitnutzung als Kelterhaus für den Geilnauer Wein zugeführt. Wegen ihrer exponierten Lage und ihrem eigenwilligen achteckigen Glockenturm mit der Pickelhaube übt sie von jeher einen besonderen Reiz auf die Betrachter aus.

Kurz hinter der Mündung des Schwarbachs in die Lahn zeigt sich direkt am Ortsanfang von Geilnau das 1797 erbaute ehemalige Waldecksche Jagdschlösschen. Bauherr war Carl Ludwig, Fürst von Anhalt-Bernburg-Schaumburg. Der dreistöckige Bau verfügt über ein kellerartiges Erdgeschoss, von dem eine breite, zweiläufige Treppe in das erste Geschoss führt. Das obere Geschoss ist verschiefert, das Dach mit Segmentgiebeln versehen. Das ehemalige Jagdschlösschen ist heute in Privatbesitz und nur von außen zu besichtigen.

Grund für den Bau des Jagdschlösschens war die 1790 wieder eröffnete Mineralquelle, die seit dem Dreißigjährigen Krieg verschüttet war. Fürst Carl Ludwig ließ den Brunnen neu in Blei fassen, aus dem zwei Röhren nach oben führen. Das ganze Areal wurde durch eine Umfassungsmauer gegen das Lahnwasser geschützt. Seine Blütezeit hatte der Geilnauer Mineralbrunnen in den 1830er Jahren mit der jährlichen Menge von 60.000 Wasserkrügen, die quer durchs Land verschickt wurden. "Der Geilnauer Sauerbrunnen ist eines der vorzüglichsten Mineralwasser Deutschlands, nicht nur seines vortrefflichen Geschmacks, sondern auch seines großen medizinischen Nutzens wegen“, lautete der Titel einer 1815 verfassten Werbeschrift.

Durch wachsende Konkurrenz aus dem benachbarten Fachingen wurde aber ab 1894 der Versand eingestellt. Der Brunnen ist aber nach wie zu besichtigen, wenn man vorher beim Brunnenwärter (im Hause neben dem Jagdschösschen) den Schlüssel holt. Und dann kann man in Selbstbedienung echtes Geilnauer Wasser in mitgebrachte Flaschen abfüllen.

Nach der Mineralbrunnen-Ära startete 1900 der Abbau von hochwertigem Säulenbasalt am Mühlenberg im Norden von Geilnau. 1910 beschäftigte das Werk knapp 230 Arbeiter aus Geilnau und den umliegenden Dörfern, darunter sechzig Gastarbeiter aus Österreich und Ungarn. Von den umfangreichen Werksanlagen führte eine Eisenbahnbrücke über die Lahn mit Gleisanschluss an die Lahntalbahn.


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