Cramberg


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Cramberg liegt am sogenannten Cramberger Lahnbogen rund 100m oberhalb des Flusses und vis-à-vis zum Dörfchen Scheidt auf der Westerwald-Seite. Die große Lahnschleife bei Cramberg wird auch Krampen genannt. Der Flusslauf der Lahn stellt über eine Strecke von gut 7km die Gemeindegrenze dar. Rundwanderungen durch den Cramberger Bogen starten am besten auf dem Wanderparkplatz am alten Steinbruch an der Kreisstraße K 34. Hier wird auf einer Wandertafel das gut ausgeschilderte Wanderwegenetz des Ortes aufgezeigt.

In der Gemarkung Cramberg liegt das Naturschutzgebiet Gabelstein-Hölloch, eine verwunschene und verwachsene Schlucht mit 19 Wasserfällen. Gabelstein-Hölloch erstreckt sich über eine Fläche von 68ha. Schutzzweck ist die Erhaltung des stark zerklüfteten und felsigen Lahnhanges als Lebensgrundlage für bedrohte Pflanzen- und Tierarten wie den Wanderfalken.

Das Hölloch liegt direkt am Lahnhöhenweg. Der Zugang erfolgt über das Jägertreppchen, den Beginn der Schlucht in der Ortsgemeinde Steinsberg. Vom Aussichtspunkt auf dem Gabelstein aus hat man einen herrlichen Blick in den Lahn-Westerwald.

Die erste urkundliche Erwähnung von Cramberg war im Jahr 1261. Anno 1319 wurde erstmals eine Kapelle im Ort erwähnt; 1516 folgte der Bau einer weiteren Kapelle. Die evangelische Kirche stammt in ihrer heutigen Form aus dem Jahr 1791. Nach der vorübergehenden französischen Besetzung von 1795 kam Cramberg 1806 zum Herzogtum Nassau, das wiederum 1866 an Preußen ging.

Im Jahr 1348 errichtete Heinrich von Crampburg die Burg Cramberg. Diese Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und im 19. Jahrhundert als Steinbruch genutzt. Bis auf Reste des Kellergewölbes ist heute nichts mehr von ihr zu sehen.

Auch die Lahntalbahn kommt an Cramberg vorbei. Seit 1862 fahren hier die Züge durch den 762m langen Cramberger Tunnel, der bei seiner Inbetriebnahme der längste Tunnel Deutschlands war.

Unterhalb von Cramberg liegt das Lahnkraftwerk, ein Wasserkraftwerk, das an der Engstelle des Cramberger Bogens errichtet wurde. 1926 grub man hier einen ca. 700m langen Wassertunnel als Verbindung zwischen der Lahn oberhalb und unterhalb der Cramberger Fluss-Schleife. Die Lahn selbst umfließt den Cramberger Bogen auf einer Strecke von ca. 7km. Durch den Höhenunterschied von neun Metern treibt die Kraft des Wassers drei Turbinen am unteren Ende des Tunnels an. Das 1927 fertiggestellte Lahnkraftwerk hat eine installierte Leistung von 3,2 MW und erzeugt jährlich 18 Mio. Kilowattstunden Strom.


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