Ennepe-Ruhr-Tal

Eines vorneweg: Das Wandergebiet Ennepe-Ruhr-Tal der größeren Wanderregion Bergisches Land zuzuordnen, dürfte manchem Heimatforscher sauer aufstoßen, war der Landstrich zwischen Hattingen und Breckerfeld doch mehrere hundert Jahre lang märkisches Gebiet und nur für einige wenige Jahre Teil des Herzogtums Berg.

Geprägt wird das Ennepe-Ruhr-Tal durch die 42km lange Ennepe, die bei Halver entspringt und dann in einem Bogen oberhalb von Radevormwald nach Ennepetal und Gevelsberg fließt, um in Hagen in die Volme zu münden. Das Wandergebiet Ennepe-Ruhr-Tal wird eingefasst von vier Flüssen. Im Osten ist es die Volme, im Süden die Wupper, im Westen der Deilbach und im Norden die Ruhr.

Das Wandergebiet Ennepe-Ruhr-Tal lässt sich in vier Teilregionen aufteilen. Den Süden bilden die Wupper-Ennepe-Hochflächen mit Radevormwald und Schwelm als zentralen Städten. Hier liegen u.a. die Neyetalsperre, Bevertalsperre und Heilenbecker Talsperre, das Wülfing-Museum, Haus Martfeld und die mächtige Christuskirche.

Nach Nordosten jenseits der Ennepe schließt sich die Breckerfelder Hochfläche an. Hier liegen mit Ennepetalsperre und Kluterthöhle zwei bekannte Sehenswürdigkeiten. Der mittelalterliche Stadtkern von Breckerfeld, die spätgotische Jakobuskirche und der Mühlenhof Breckerfeld lohnen ebenso einen Ausflug wie die Hasper Talsperre, das LWL-Freilichtmuseum, Kaiser-Friedrich-Turm und Eugen-Richter-Turm auf der Hesterhardt sowie der Bismarckturm oberhalb des Hagener Stadtgartens.

Von der Einmündung der Ennepe in die Volme und wenig später der Volme in die Ruhr im Osten bis etwa zur Autobahn A 43 im Westen zieht sich das Wandergebiet Hagener Ruhrtal. Harkortsee und Kemnader See, das Wasserschloss Werdringen, Burg Volmarstein, Burg Hardenstein, Henriette-Davidis-Museum, das Muttental – hier begann die Geschichte des Kohlepotts – und das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall locken den interessierten Besucher.

Das Bergisch-Märkische Hügelland schließlich zieht sich von Gevelsberg über Sprockhövel und Hattingen bis zum Essener Südosten. Haus Kemnade, die Isenburg, Burg Blankenstein, das LWL-Industriemuseum Henrichshütte, Gut Rocholz, der Deilbachhammer, Herzkämper Mulde, Elfringhauser Schweiz und die Ruhrwiesen bei Essen-Überruhr sind u.a. hier zu sehen.

Das Ennepe-Ruhr-Tal ist als Wandergebiet sehr attraktiv, da man neben Natur immer wieder auch zahlreiche kulturelle Eindrücke aus den frühen Jahren der Industrialisierung zwischen Rhein und Ruhr entdecken kann, z.B. auf dem Fritz-Golte-Weg in Witten oder dem Deutschland-Bergbauwanderweg in Sprockhövel. Zu den wichtigen überregionalen Wanderwegen im Ennepe-Ruhr-Tal zählen der Graf-Engelbert-Weg von Hattingen nach Schladern an der Sieg, der Jakobsweg von Osnabrück nach Wuppertal und der Talsperrenweg, dessen erste Etappe von Hagen über die Hasper Talsperre zur Ennepetalsperre führt.

Das Ennepe-Ruhr-Tal ist verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Von Südwesten nach Nordosten führt die Autobahn A 1 quer durchs Ennepe-Ruhr-Tal. Im Osten verläuft die A 45 quasi auf Höhe der Volme und damit als Grenze zwischen Sauerland und Bergischem Land. Im westlichen Teil des Ennepe-Ruhr-Tal verläuft zudem die A 43 von Sprockhövel ins Ruhrgebiet nach Bochum.

IVW
Zum bewerten Mauszeiger über die Sterne bewegen
Aktuelle Bewertungen (14):