Siegfall (Schladern)


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Bei Schladern siedeln schon lange Menschen. Darauf weist ein Münzfund hin, der 1863 auf sogenannte Regenbogenschüsselchen stieß. Regenbogenschüsselchen sind keltische Gold- und Silbermünzen, die 300 v.Chr. bis zur Zeitenwende eingesetzt wurden. Der Name Regenbogenschüsselchen entstand aufgrund der charakteristischen Schüsselform der Metallstücke und dem Aberglauben, dass diese Goldstücke von einem Regenbogen herabtropften.

Als die Kelten in Schladern wohnten, sah die Gegend aber noch etwas anders aus. Die Sieg führte in einer Schleife bis an den Fuß der Burg Windeck. Diese Siegschleife wurde 1857-59 begradigt, um den Bau der Eisenbahnstrecke von Deutz nach Siegen durchführen zu können. Durch diese Begradigung entstand der Siegfall, ein zwar nur recht flacher, dafür aber umso breiterer Wasserfall. Auf 84m in der Breite überwindet die Sieg einen Höhenunterschied, der in der Spitze 4m beträgt.

Der alte Verlauf des Siegtals ist heute als Naturschutzgebiet Krummauel auf einer Fläche von 19ha geschützt. Der Bereich zählt gleichzeitig zum Naturschutzgebiet Siegaue. Unter Naturschutz gestellt sind die Siegaltarme nördlich und südlich der Eisenbahnlinie sowie eine kleine Fläche in Schladern. Durch den Bau der Eisenbahnlinie und des Wasserkraftwerkes im 19. Jahrhunderts entstanden diese schützenswerten alten Flussarme. Auen- und Bruchwälder sowie Stillwasserbereiche bilden Lebensraum für zahlreiche Libellenarten, Schmetterlinge und Wasservögel wie den Graureiher. Hier an der Sieg lebt auch der seltene Grasfrosch.

Direkt am Siegfall produzierte ab 1891 die Elmores Metall Actien Gesellschaft Kupferröhren im elektrolytischen Verfahren. Die Produktionsgebäude aus der Gründerzeit, die ab 1995 leer standen, werden seit 2004 von Schladener Bürgern als Mischung aus Industriepark und Veranstaltungsort betrieben und bieten ein unverwechselbares Ambiente.

Schladern selbst entstand als Wohnort um den Hof Schladern, der zum Kloster Ehrenstein im Westerwald gehörte. Nach der Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden um den Hof erste Häuser, und schnell kamen im Zuge der Bahnbauarbeiten immer mehr Menschen nach Schladern. Der historische Hof Schladern allerdings fiel dem Verkehrsprojekt zum Opfer. Überlebt hat diese Großbaustelle im Siegtal dagegen eine Stieleiche in der Burg-Windeck-Straße, die auf 500 Jahre geschätzt wird und neben Stranghöhners Haus - einem schmucken Fachwerkhaus - steht.


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