Altwindeck

Direkt westlich von Schladern liegt Altwindeck an den Ausläufern des Nutscheids. Bekannt ist Altwindeck natürlich vor allem durch die Ruine der Burg Windeck, die hoch auf dem Schlossberg thront und einen sehr guten Blick in das Sieg-Bergland und hinüber in den Westerwald eröffnet.

Wann Burg Windeck entstanden ist, liegt im Dunkeln. Erstmals erwähnt wurde die Burg im 12. Jahrhundert, damals als Burg Neu-Windeck, was vermuten lässt, dass hier oben über dem Siegtal schon sehr viel früher erste Befestigungsanlagen errichtet wurden. 1247 fiel Burg Neu-Windeck an die Grafen und späteren Herzöge von Berg, die Burg Windeck dann zum südöstlichen Stützpunkt ihres Herrschaftsbereichs im Übergang zu dem vom Hause Sayn dominierten Westerwald machten.

Die Grenzfeste war in der Folge immer wieder im Mittelpunkt kriegerischer Handlungen, bis Burg Windeck 1672 schließlich von französischen Truppen niedergebrannt wurde. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Burg Windeck preußisch und ging 1852 an den Landrat aus dem benachbarten Waldbröl, der hier ein historisierendes Schlösschen bauen ließ. Dieses Schloss Windeck fiel allerdings dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

Seit den 1960er Jahren ist der Rhein-Sieg-Kreis Besitzer der Buirgruine Windeck. Er macht sich für die Sicherung der historischen Bausubstanz stark. Heute wird Burg Windeck nicht nur von Wanderwegen wie dem Natursteig Sieg angesteuert, sondern ist auch ein Ort für kulturelle Veranstaltungen. 1997 diente Burg Windeck gar als Kulisse für die Verfilmung der John-Sinclair-Verfilmung „Die Dämonenhochzeit“.

Auf dem Weg zur Burgruine kommt man am Museumsdorf Altwindeck vorbei, das 1964 von Emil Hundhausen und Bruno Althoff begründet wurde, um anschaulich zu zeigen, wie man im 19. Jahrhundert im Windecker Ländchen lebte. Das Museumsdorf umfasst mehrere Gebäude. In der alten Schule werden u.a. Fundstücke von Burg Windeck, eine Sammlung bergischer Uhren und ein originalgetreu eingerichteter Tante-Emma-Laden gezeigt.

Zwei aus dem Umland stammende Fachwerkhäuser aus dem 17. Jahrhundert wurden auf dem Museumsgelände aufgebaut. Hier sieht man, wie die Menschen früher wohnten. Zwischen den Häusern wurde ein Museumsgarten angelegt. Die Beete sind wie früher üblich mit Buchsbaum eingefasst. Ebenso üblich war die bunte Mischung aus Nutz- und Zierpflanzen. Auf der anderen Straßenseite dreht sich seit 2003 wieder ein altes Mühlrad. Der Altwindecker Bach treibt die Mühle an, die in eine Scheune aus dem Jahr 1796 eingebaut ist.

Einmal jährlich findet am Tag der deutschen Einheit (3. Oktober) im Museumsdorf Altwindeck der Windecker Burgmarkt statt, bei dem mittelalterliche Handwerker ihre Handfertigkeit zeigen. Neben Seilern, Töpfern und Schmieden zeigen auch die Bogenschützen der Windecker Bogengilde ihre Treffsicherheit. Bereits im Frühsommer am ersten Wochenende im Juni bitten die Altwindecker zum Blumen- und Pflanzenmarkt ins Museumsdorf.

IVW