Blankenstein (Hattingen)

Der Hattinger Stadtteil Blankenstein, von 1966-69 selbst mal kurz eine Stadt gewesen, ist eine sagenumwobene Idylle in Bruchstein und Fachwerk, gruppiert um die Burg auf dem blanken Steyne, am Südufer der Ruhr, gleich gegenüber von Bochum. Nördlich mündet der Pleßbach in die Ruhr, östlich liegen die erwandernswerten Naturschutzgebiete Katzenstein mit Wald und Wildgehege und Kemnader Feld zwischen Ruhrufer und alten Ruhrbett, von wo aus zahlreiche Wanderwege zu den Sehenswürdigkeiten des Ruhrtals und dessen Geschichte führen.

Die Ursprünge von Blankenstein liegen im Jahr 1227, als ein Graf von der Mark die Burg Blankenstein am Ort gründete. Von der Burg aus hat man einen schönen Blick über die Freiheit Blankenstein. Freiheit steht für Stadtrechte wie das Recht, Markt zu halten. Die Freiheit wurde Blankenstein 1355 bereits bestätigt.

Die Blankensteiner Höhenburg war eine der vier Hauptburgen der Grafen von der Mark, neben den Burgen Altena, Wetter und Volmarstein. Ab dem 16. Jahrhundert verfiel Burg Blankenstein zusehends. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie jedoch im Stil des Historismus erneut aufgebaut. Burg Blankenstein, heute mit Restaurant, liegt 63m erhöht über dem Flussbett der Ruhr auf einem Felssporn und wurde aus Ruhrsandstein auf einem hufeisenförmigen Grundriss errichtet.

Ringmauerreste umschließen Burg Blankenstein. Sie sind neben dem unteren Geschoss des viereckigen 26m hohen Turms die ältesten Zeitzeugen. Der Turm ist kein Bergfried, sondern ein Torturm. Das Mauerwerk unten misst stellenweise über drei Meter. Der jetzige Eingang liegt in rund 9m Höhe und führt zur obersten Ebene des Turms. Sehenswert sind auch die Reste des Zwingers, Grundmauern des Hauptgebäudes, der Turm mit dem Zeltdach und weitere Fragmente des ehemaligen festen Hauses, dessen Bauimpuls vom Mord an Erzbischof Engelbert von Berg ausging. Dem Täter von Isenburg wurden seine Güter entzogen und von der Mark erhielt einen Batzen und der sollte durch die Burg geschützt werden.

Und nun sind wir schon mittendrin in der alten Geschichte und dem sagenhaften Ruhrgebiet! Am besten man startet den Besuch von Blankenstein mit einem historischen Stadtrundgang. Auf zum Marktplatz mit seinem Blanken Stein und von dort aus zu den Kirchen, die neben der Burg dem Ort Profil verleihen. Die katholische Kirche St. Johannes Baptist entstand an der Stelle des Rathauses, welches die Katholiken bis dahin für Gottesdienste nutzten. 1794-1801 wurde ihnen der klassizistische Saal mit Westturm gebaut, der einige Jahrzehnte später erweitert wurde. Sehenswert sind hier der barocke Altar und eine spätgotische Pietà aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.

Am Marktplatz stehen die alten Amtshäuser aus Bruchsteinmauerwerk. Sie beherbergen seit 2001 das Stadtmuseum Hattingen. Die Exponate, die zuvor im alten Rathaus Hattingen ausgestellt waren, erzählen die Geschichte Hattingens, vom Mammutzahn bis zum Webstuhl. Gebrauchsgegenstände der alten Zeit und moderne Kunst laden ein, sich mit Vergangenheit und Gegenwart zu befassen.

Von dort aus wird der Weg zum Gethmannschen Garten gewiesen. Der Garten wurde 1808 vom Kommerzienrat Carl Friedrich Gethmann (1777-1865) angelegt, zu seiner eigenen Freude und Erholung wie auch für jene seiner Mitmenschen. Damit gehörte der Garten zu einem der ersten öffentlichen Parks. Der Landschaftsgarten bezaubert. Hindurch führt eine Allee über ein Brückchen zur sogenannten Friedrichshöhe. Bei freier Sicht kann man vom Belvédère (italienisch für schöne Aussicht) bis zum Kemnader See östlich schauen oder nördlich auf den Bochumer Stadtteil Stiepel.

Gethmann war ein wohlhabender Blankensteiner Unternehmer und machte sein Geld unter anderem als Kaufmann, Tuchweber und Kohlenhändler. Seine Familie besaß bis 1788 eine Wolltuchfabrik, steckte Mittel in den Bergbau und baute in einer Werft an der Ruhr Schiffe zum Transport von Steinkohle. Ihr Stammhaus ist aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und wurde ab 1879 als Gasthaus betrieben. Die Gethmannschen Häuser stehen an der Stelle der 1561 errichteten Probstei. Auf deren Fundamenten wurden 1821 zwei Wohnhäuser im klassizistischen Stil gebaut mit einem von einem Pavillon gekrönten Terrassengarten.

Im 13. Jahrhundert wurde bereits eine Kapelle am Burgweg erwähnt. Der Bau der evangelischen Kirche geht auf das Jahr 1767 zurück und sie schmückt die Stelle an der Brücke zwischen Vorburg und Hauptburg. Ein absoluter Hingucker ist der hohe hölzerne Kanzelaltar mit den zierenden Elementen und der Ausarbeitung aus der Zeit des Barock. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1689.

Mit Entstehung der Burg ist in Blankenstein auch von einer Kornmühle die Rede, erwähnt wurde sie erstmals urkundlich 1593. Ein Fabrikant namens Johann Arnold Halbach durfte diese 1803 abreißen und an ihrer Stelle wasserbetriebene Eisenhämmer installieren, sieben Hämmer in fünf Häuschen. In der Straße „Zu den sieben Hämmern“ in Blankenstein findet sich noch heute das Kontorhaus der Halbach Hämmer.