Radevormwald

Radevormwald, die Stadt auf der Höhe, ist eine der ältesten Siedlungen im Bergischen Land. Vermutlich bereits im 6. Jahrhundert wurde eine Rodung (Rade) vor dem Wald (mit dem Wald ist das benachbarte Sauerland gemeint) angelegt. 1050 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt und im frühen 14. Jahrhundert verliehen die bergischen Grafen Radevormwald die Stadtrechte, damit man sich als Grenzfeste gegen das märkische Sauerland befestigen konnte.

Von den mittelalterlichen Befestigungsanlagen ist heute allerdings nichts mehr erhalten. Radevormwald brannte im 16. Jahrhundert zwei Mal nieder und wurde im Dreißigjährigen Krieg als zeitweises Hauptquartier der Spanier und Österreicher arg in Mitleidenschaft gezogen.

Das älteste profane Gebäude in Radevormwald ist heute ein Gartenhaus, das im Stile des Rokoko 1772 erbaut wurde und auch den Stadtbrand von 1802 überlebte, weil es seinerzeit noch vor der Stadt stand. Später wurde das Rokoko-Gartenhaus ins Zentrum von Radevormwald geholt und im Stadtpark wieder aufgebaut.

Lohnenswert ist ein Blick auf die Reformierte Kirche am Marktplatz. Ein Vorgängerbau existierte schon im frühen 12. Jahrhundert. Die heutige Reformierte Kirche am Markt wurde 1804 als barocke Saalkirche mit vorgesetztem viergeschossigen Westturm errichtet. Der Kirchturm wird von Zwiebelhaube gekrönt.

Drei weitere Kirchtürme – die der Lutherischen Kirche von 1707, der ebenfalls evangelischen Martinikirche aus dem 19. Jahrhundert und der katholischen Pfarrkirche St. Marien prägen das Stadtbild von Radevormwald. Die vier Kirchtürme haben sogar Eingang in das Logo der Stadt gefunden.

Wer Radevormwald besucht, sollte unbedingt ein Abstecher zum ehemaligen Uelfebad machen. Die 1927 eröffnete Freibadanlage kann zwar schon seit Jahrzehnten nicht mehr zum Schwimmen genutzt werden. Dafür ist rund um den idyllischen See heute ein schönes Erholungsgebiet mit Gastronomie und Spielplatz.

Kurz nach dem Uelfebad wurde in Radevormwald 1928-29 nach Burg Altena auch die zweite Jugendherberge in Deutschland eröffnet und sie ist heute nach einer umfassenden Renovierung 2002 nach wie vor geöffnet.

Wer sich für die lokale Geschichte von Radevormwald informieren will, macht – allerdings nur sonntags – einen Abstecher ins Heimatmuseum Radevormwald. Es befindet sich direkt gegenüber des Rathauses. Zu sehen gibt es u.a. eine umfangreiche Postkartensammlung mit historischen Ansichten von Radevormwald.

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