Essen-Byfang

Der Essener Stadtteil Byfang grenzt mit einem nordwestlichen Zipfelchen an die Ruhr. Byfang oder altdeutsch: Bifang, steht für befangen, umfangen, einschließen. Das geht auf die Gründung eines Damenstifts durch die Essener Äbtissin Mathilde zurück, die für ihre Idee, dass hier unverheiratete Damen des niederen Adels Obdach bekommen sollten, zur Ausstattung Gebiete auf der anderen Ruhrseite erhielt und angrenzenden Byfang. Der Stadtteil teilt sich in Unter- und Oberbyfang.

In Oberbyfang in der Niederweniger Straße steht die alte Schule Oberbyfang unter Denkmalschutz. Die Schule ist ein großes Gebäude aus Naturstein und entstand um 1900. Sie beherbergte vier Klassen und eine Lehrerwohnung. Bis 1968 wurden hier Kinder unterrichtet und im Anschluss bis 2007 Tauben kuriert. Heute ist die Schule ein Wohnhaus.

In der Langenberger Straße an der Ruhr steht das ehemalige Betriebsgebäude der Zeche Vereinigte Himmelsfürster Erbstollen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Zeche war ein Steinkohlebergwerk, das mehrfach stillgelegt und wiederbelebt wurde. Der Betrieb begann 1831 und endete 1908. Dazwischen konsolidierte die Zeche mit anderen Zechen und Stollen. Beim Bau des Betriebsgebäudes sind die Stollenmundlöcher ins Haus integriert worden. Einige Hausnummern weiter ist das ehemalige Zechengebäude der Zeche Prinz Wilhelm-Steingatt mit Stollenmundloch zu finden, das 1853 gebaut wurde. Das Zechengebäude zeigt sich heute teilverschiefert.

Südlich von Byfang nahe der Gemarkungsgrenze zu Kupferdreh in der Nierenhofer Straße findet sich der rund 6m hohe Wetterkaminsockel der ehemaligen Zeche Victoria, die zur Museumslandschaft Deilbachtal zählt. Die Zeche Victoria war ein Steinkohlenbergwerk und entstand ebenfalls aus mehreren Konsolidierungen. Ihr Betriebsbeginn war 1861 und ihr Ende 1925. Das ehemalige Betriebsgebäude in der Nierenhofer Straße 68b fasst ein Stollenmundloch der Zeche Vereinigte Himmelskrone und stammt aus dem Jahr 1847. Das Verwaltungs- und Kauengebäude wurde 1909-10 errichtet.

Ebenfalls zur Museumslandschaft Deilbachtal gehört die Hundebrücke, die heute ein Fuß- und Radweg ist und über den Deilbach führt. Früher verlief hier die Schienenbahn der Zeche Victoria und auf ihr verkehrten die Grubenhunde zwischen Byfang und Kupferdreh. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut und auf ihr wurden auch Steine aus einem südlich gelegenen Steinbruch transportiert. Die Bruchsteinbögen der Brücke führen über den Deilbach und in Stahlfachwerkbauart überquert sie die ehemalige Prinz-Wilhelm-Eisenbahnstrecke.

In der Niederhofer Straße stehen zwei weitere sehenswerte Bauten der Industriekultur: Der Deilmannhof (Nr. 22) wurde 1840 und 1896 gebaut. Gleich benachbart ist die Deiler Mühle. Sie ist die älteste Wassermühle im Stadtbereich von Essen und wurde erstmalig 1522 erwähnt. Die Mühle geht auf ein Baudatum im 19. Jahrhundert zurück.

In Essen-Byfang findet sich der Deilbachhammer nahe am Deilbach, mit Wurzeln im 16. Jahrhundert. Am Bachlauf liegt die Gebäudegruppe aus Hammerschiede und Wohnhaus. Im inneren befanden sich sogenannte Schwanzhämmer (wasserangetriebene mechanische Fallhämmer), die bereits im Spätmittelalter gebaut wurden. Sie schmiedeten beispielsweise aus Eisen Arbeitsgeräte wie Pflugscharen oder Achsen, Steinbruchwerkzeuge oder Beschläge.