Halver

Ihren Namen verdankt die Stadt Halver wohl der Hälver, die durch sie hindurch fließt. Offen bleiben muss die Frage, wie man denn Halver nun richtig ausspricht. Eher wie Halfer oder eher wie Halwer? Selbst die Bewohner der Stadt sind sich hier nicht ganz einig, und so bleibt es dem Sprachgefühl eines jeden selbst überlassen.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Halver schon sehr früh, im Jahr 950 taucht die Stadt im Werdener Propsteiregister als Halvara auf. Doch auch schon früher muss dieses Fleckchen Erde besiedelt gewesen sein, von Sugambrern und Sachsen. Schon früh war Halver auch als Gerichtsstandort bekannt. Für 1243 ist ein Freistuhl belegt, und bis 1753 gab es ein Gericht in Halver. Erst seit 1969 allerdings darf sich Halver Stadt nennen.

In die Von-Vincke-Straße sollte spazieren, wer sich näher für die regionale Geschichte interessiert. Dort befindet sich nämlich das Heimatmuseum Halver. Die Ausstellungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Handwerks- und Industriegeschichte der Region und bäuerliches Leben vergangener Zeiten. Unter anderem werden eine Schusterwerkstatt, eine Schmiede und eine Hobelbank gezeigt. Aber auch der Bereich Naturkunde wird mit dem Thema Lebensräume in Wald und Wasser berücksichtigt. Eine Rarität in diesem Bereich ist die ausgestellte, im Original erhaltene Vogelfanganlage. Diese Vogelherd genannten Anlagen wurden bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts für den Vogelfang eingesetzt.

Wer hingegen eher für den großen Überblick zu haben ist, der findet diesen wohl am besten auf dem Aussichtsturm Karlshöhe, der auf dem gleichnamigen Berg Karlshöhe (439m) 1893 durch den Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) errichtet wurde. Der Aussichtsturm Karlshöhe ist mit seinen 23m Höhe und dem roten Backsteinmauerwerk markanter Höhepunkt des Stadtgebiets von Halver. Vom Turm hat man einen guten Blick über Lennebergland, Ebbegebirge und Bergisches Land. Doch der Turm ist leider auf unbestimmte Zeit für Besucher gesperrt.

In Halver lohnt ein näherer Blick auf die evangelische Nicolaikirche. Die Saalkirche mit dem Sakristei-Anbau stammt aus dem Jahr 1783. Sehenswerte Details der Innenausstattung sind der Hochaltar mit Orgelaufbau aus dem Jahr 1840 sowie die Orgel selbst. Die Rarität - eine Ibach-Orgel - war 1854 angeschafft worden und steht heute unter Denkmalschutz. Dass die Kirche das Zentrum der Stadt bildet, zeigt auch ein Blick in den Stadtplan. Rundherum verlaufen acht Straßen sternförmig auf die leicht erhöht gelegene Kirche zu.

Weitaus weltlicher geht es im Kulturbahnhof Halver zu. Früher hielten hier die Züge des Nahverkehrs. Heute dient das Bahnhofsgebäude als kulturelle Begegnungsstätte und als Zentrum für Kommunikation und kulturellen Austausch. Das Halverer Kulturamt nutzt den Bahnhof regelmäßig für unterschiedliche Veranstaltungen. Künstler der Region haben die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Ausstellung einem größeren Publikum zu präsentieren.

Die Herpine ist einer der Quellbäche der Hälver. Sie hat die ehrenvolle Aufgabe, das nach ihr benannte Waldfreibad Herpine auf 6.000qm Wasserfläche zu befüllen. Damit ist das Waldfreibad Herpine eines der größten seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Und weil es an sonnigen Sommertagen so viele Menschen anzieht, wird diesen auch etwas geboten. Zum Beispiel eine 40m lange Wasserrutsche oder ein Beachvolleyball-Feld.

Was anderen Städten der Weihnachtsmarkt, ist Halver im Frühjahr der Ostereiermarkt im Heimatmuseum Halver. Filigran bemalt und mit alten Techniken künstlerisch verziert gibt es hier Ostereier in allen Variationen zu sehen. Ergänzt wird das Angebot natürlich von österlichem Zubehör aller Art, vom Osternest bis zur passenden Tisch-Deko.

Regionaler Bezug:

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