Lennebergland

Tief eingeschnittene Täler, die sich mit Hochflächen abwechseln, prägen den Charakter des Lenneberglands. Große Teile davon gehören zugleich dem Naturpark Homert an, der sich von Hemer im Nordwesten bis nach Finnentrop im Süden erstreckt und seine östliche Fortsetzung im benachbarten Hochsauerland findet. Die Bachtäler mit ihren bewaldeten Hängen und die sanfter gewellten, landwirtschaftlich genutzten Hochflächen laden zum Wandern ein. Und natürlich muss man auch die vielen Tropfsteinhöhlen erwähnen. Allein ihre Anzahl erweckt mancherorts den Eindruck, dass das gesamte Lennegebirge durchlöchert sein muss wie ein Schweizer Käse.

Doch abgesehen davon haben viele der Sehenswürdigkeiten im Lennebergland mehr mit der Kulturgeschichte als mit der Natur zu tun. Alte Wasserburgen gibt es da zu sehen, frühe Industrieanlagen wie Hammerwerke oder Drahtrollen und Erinnerungen an die Eisenbahn, die einst für den wirtschaftlichen Aufschwung der Region sorgte. Und weil das Tal überschauende Berggipfel hervorragende Standorte für Burgen waren, sind auch solche hier zu finden.

Der Mittelgebirgszug des Lennegebirges wird eingerahmt von mehreren Flüssen, die auch für die Beschreibung hier als Grenzen dienen sollen. Im Norden bildet die Ruhr diese natürliche Grenze, im Nordosten und Osten übernehmen diese Aufgabe die Röhr und die Sorpe. Im Südosten reicht das Lennebergland bis an den Elspebach heran, der den Übergang zu den Saalhauser Bergen bildet. Die westliche Grenze bildet auf weiter Strecke die Lenne, die das Lennebergland vom Ebbegebirge trennt. Ganz im Nordwesten schließlich bildet die Volme die Grenze. Das Lennebergland umfasst damit hauptsächlich Teile des Märkischen Kreises sowie einen kleinen Teil des Kreises Olpe.

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit im gesamten Lennebergland ist Burg Altena, eine der ältesten und größten erhaltenen Höhenburgen Deutschlands. Zudem wurden hier die Jugendherbergen erfunden, in den Burgmauern befindet sich heute unter anderem das Weltjugendherbergsmuseum. Beim Besuch in Altena kann man sich außerdem ausgiebig über Geschichte, Herstellung und Anwendungsbereiche von Draht informieren. Daneben hat der Altenaer Sattel auch noch jede Menge abwechslungsreiche Natur zu bieten, von der Fuelbecketalsperre über das Nahmertal mit den Brenscheider Mühlen bis zur Wacholderheide auf den Hochflächen am Lohhagen (491m).

Die Lenne durchschneidet auf ihrem Weg auch den Kreis Olpe. Hier, im mittleren Lennetal, liegt die Gemeinde Finnentrop. Wasser ist eines der Hauptthemen, wenn man sich einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten der Region verschafft. So gibt es eine ganze Reihe historischer Wasserkraftanlagen vom Anfang des 20. Jahrhunderts zu sehen. Finnentrop ist übrigens auch die Heimat der dicken Sauerländer, der bliebten Bockwurst, die von Finnentrop aus die ganze Republik eroberte.

Ganz im Nordwesten des Lenneberglands, schon fast im Ruhrgebiet, liegt die Stadt Hagen. Die Stadt, die auch als Tor zum Sauerland bezeichnet wird, werden wir uns zumindest zum Teil mit der Sauerländer Brille ansehen. Südlich der Ruhr liegt der Hagener Tälerkessel, der grob gesprochen von Volme, Ruhr und Lenne umschlossen wird. Die wichtigste Sehenswürdigkeit dürfte Schloss Hohenlimburg sein, eine Höhenburg, deren Ursprünge auf das 13. Jahrhundert zurückgehen. Aber auch städtebaulich interessante Orte gibt es zu entdecken, etwa die Gartenstadt Hohenhagen.

Waldstadt ist der Beiname der Stadt Iserlohn, und den trägt sie auch zu Recht. Innerhalb der Waldstadt Iserlohn gibt es große Waldflächen, die zur Erholung förmlich einladen. Weithin bekanntes Ausflugsziel ist hier unter anderem die Dechenhöhle, die größte von über achtzig bekannten Höhlen im Iserlohner Stadtgebiet. In ihr kann man faszinierende Tropfsteingebilde bewundern, zum Beispiel die 2,80m hohe Formation mit dem Namen Palmensäule. Weitere Anziehungspunkte der Stadt sind das Nadelmuseum, der Danzturm und Haus Letmathe.

Die Mendener Platte umfasst wie es der Name andeutet in erster Linie das Gebiet der Stadt Menden. Hier im Teufelsturm schlägt das Herz der westfälischen Fastnacht. Zum Ausgleich geht es ganz in der Nähe deutlich gesitteter zu, nämlich in der eindrucksvollen Kirche St. Vincenz, von der mit der Mendener Kreuztracht die größte Karfreitagsprozession in Nordrhein-Westfalen zur St. Antoniuskapelle auf dem Rodenberg startet.

Der Balver Wald ist vor allem für Wanderlustige ein lohnendes Ziel. Das Waldgebiet südlich von Hemer beeindruckt nicht nur mit dem Felsenmeer, einem nationalen Geotop. Auch der Sauerlandpark, der Bambus-Schaugarten bei Heppingsen, die Sundwiger Mühle oder der Märchenwald Brockhausen sind eine Reise wert.

Westfalens romantischstes Tal soll es sein, das Hönnetal. In Neuenrade entspringt das Flüsschen, sprudelt durch ein an Höhlen reiches Karstgebirge, passiert Balve und mündet schlussendlich bei Menden in die Ruhr. An den Ufern gibt es viel zu entdecken: die Balver Höhle, Deutschlands größte Kulturhöhle. Den Dom des Hönnetals mit seinem prachtvollen Altar. Die alten Kalköfen in Horst, das Wasserschloss Wocklum mit seinen internationalen Reitturnieren oder die Luisenhütte Wocklum, Deutschlands älteste vollständig erhaltene Hochofenanlage. All dies und vieles mehr erwartet den Wanderer im romantischen Hönnetal.

Das Netz der Wanderwege ist im gesamten Lennebergland hervorragend ausgebaut und bietet jede Menge Abwechslung. Strecken, die zum Teil im Tal und zum Teil auf den Höhenrücken verlaufen, verlangen dem Wanderer aber einiges an Kondition ab. Neben den zahllosen örtlichen Rundwanderwegen gibt es auch eine ganze Reihe großer Weitwanderwege, die das Lennebergland durchqueren, darunter der Sauerland-Höhenflug und die Sauerland-Waldroute, zwei moderne Qualitätswanderwege. Zu den Hauptwanderwegen des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) gehören der Plackweg (X1), der Höhlenweg (X4), der Residenzenweg (X7), der Ehmsenweg (X8) und der Harkortweg (X17).

Zu erreichen ist das Lennebergland über zwei verschiedene Autobahnen. Zum einen über die A 45, die in Nord-Süd-Richtung weite Strecken parallel zum Lennetal westlich entlang führt. Hier bieten sich vor allem die Ausfahrten rund um Lüdenscheid und Hagen an. Und zum anderen über die A 46, die die A 45 bei Hagen kreuzt und von dort aus in östlicher Richtung knapp bis Hemer reicht. Alternativ ist die Bundesstraße B 236 eine wichtige Verkehrsverbindung, sie verläuft komplett entlang der Lenne und damit am Westrand des Lenneberglands.

IVW