Menden (Sauerland)

Im Stadtgebiet von Menden, nördlich des Ortskerns, mündet die Hönne in die Ruhr. Grund genug für die Mendener, ihrer Stadt den Beinamen Hönnestadt zu verleihen. Wie lange dieser Beiname schon existiert, ist ungewiss. Sicher ist jedoch: Menden blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Schon für das neunte Jahrhundert ist eine urkundliche Erwähnung überliefert. Menden als Teil des kölnischen Gebiets grenzte an die Grafschaften Mark, Arnsberg und Altena-Limburg. Insbesondere die Konflikte zwischen den Kölner Erzbischöfen und der Grafschaft Mark sorgten dafür, dass Menden immer wieder zerstört wurde.

Im 13. Jahrhundert wurde Menden zur Stadt, und in dieser Zeit entstand auch die ehemals mächtige Stadtbefestigung. Zwölf Türme sicherten Menden zusammen mit der Stadtmauer und drei Tore ermöglichten den kontrollierten Zugang in die Stadt. Viel ist davon heute allerdings nicht mehr übrig, der größte Teil der Befestigung wurde Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts vernichtet. Insgesamt drei Türme sind bis heute erhalten: der Poenigeturm, der Rentschreiberturm und der Teufelsturm.

Der Teufelsturm hat auch heute noch eine wichtige Aufgabe. Er sichert nicht mehr die Stadt gegen Angriffe von außen ab, sondern beherbergt das Westfälische Karnevalsmuseum. Der Ursprung von Büttenreden und Tanzgarden wird ebenso dargestellt wie der Unterschied zwischen Karneval, Fastnacht und Fasching oder die heidnischen Wurzeln der Karnevalsbräuche. Ausgestellt werden außerdem Kostüme, eine Wickelwalze für Luftschlangen und eine besondere Antiquität: eine historische Konfetti-Maschine.

Nach dem Besuch des Teufelsturms und des Karnevalsmuseums kann man sich noch einige weitere Überbleibsel der alten Stadtbefestigung Mendens ansehen. Zum Beispiel das Schmarotzerhaus. Genau genommen war es zwar kein eigentlicher Teil der Befestigung. Doch als es 1709 entstand, lehnten es die Bauherren an die Stadtmauer an. Daher auch der kuriose Name des kleinen Häuschens. Es ist ein typisches Beispiel dafür, wie insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert die ärmeren Schichten lebten. Da nicht mehr viele dieser Häuser heute noch unverändert existieren, renovierte man das vom Verfall bedrohte Haus und machte ein Denkmal daraus. Jetzt kann das Schmarotzerhaus im Rahmen von Stadtführungen auch von innen besichtigt werden.

Überhaupt lohnt sich ein Rundgang durch die Altstadt sehr. Rund fünfzig historische Bürgerhäuser, Kaufmannshäuser und ähnliche Sehenswürdigkeiten warten darauf, entdeckt zu werden. Insgesamt gibt es im Mendener Stadtgebiet über 150 eingetragene Baudenkmäler. Darunter zum Beispiel die ehemalige Schlossmühle am Südwall, die an dieser Stelle erstmals um 1300 erwähnt wird, und die neben dem Brotgetreide Roggen einst hauptsächlich Malz für die einheimischen Brauereien mahlte. Der heute sichtbare Bau mit dem markanten Walmdach entstand allerdings erst Anfang des 17. Jahrhunderts.

Ebenfalls schön anzusehen ist die denkmalgeschützte Hönnebrücke. Die Stahlbetonbrücke aus dem Jahr 1910 kann nicht verleugnen, dass ihr Brüstungsgeländer in der Zeit des Jugendstils entstand.

Wer sich näher für die Stadtgeschichte Mendens interessiert, kann sich im Mendener Museum für Stadt- und Kulturgeschichte am Marktplatz informieren. Ein prachtvolles Patrizierhaus, das nach dem Erbauer Biggeleben-Haus heißt und aus dem Jahr 1730 stammt, beherbergt die Sammlung. Auch eine Waffensammlung sowie die komplette Inneneinrichtung eines Ackerbürgerhauses um 1800 sind zu sehen. Eines der Highlights in der Sammlung ist das echte Skelett eines Höhlenbären aus der Reckenhöhle.

Auf Gleisen im märkischen Sauerland unterwegs ist gelegentlich eine Rarität, die man heute nicht mehr allzu häufig sieht: Schienenbusse. Der Förderverein Schienenbus mit Sitz in Menden hat es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Schätzchen zu pflegen und instand zu halten, so dass mehrmals im Jahr die Gelegenheit besteht, die Nostalgie der 1950er und 1960er Jahre wieder aufleben zu lassen. Einzelne Fahrten gehen sogar quer durch ganz Deutschland, meist aber sind die alten Schienenbusse auf den Gleisen entlang der Hönne unterwegs.

Wenn es in einer Stadt ein Karnevalsmuseum gibt, dann liegt der Schluss nicht fern, dass der Karneval hier auch ausgiebig gefeiert wird. Und das ist in der Tat so. Traditionell gibt es einen großen Karnevalsumzug durch die Innenstadt am Tulpensonntag, also dem Tag vor Rosenmontag.

Auch zu Pfingsten geht es hoch her bei der Mendener Pfingstkirmes. Sie findet alljährlich zu Pfingsten statt und wird mit einem großen Feuerwerk abgeschlossen. Vermutlich gibt es diese Kirmes schon seit über 200 Jahren, wenn auch die Ursprünge der Tradition nicht abschließend geklärt sind.

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