Altena

Woher der Name der Stadt Altena stammt, das bleibt im Dunkel der Geschichte verborgen. Mag sein, dass er tatsächlich von „all te na“ abgeleitet ist: All zu nah soll dem Arnsberger Grafen im frühen 12. Jahrhundert die erste Altenaer Burg gewesen sein. Vielleicht stimmt aber auch die andere Deutung, nach der die gleichnamige Landschaft im belgischen Brabant Pate gestanden haben soll. Interessanterweise trug auch eine holländische Automarke diesen Namen, sie produzierte allerdings nur von 1903-06.

Die Lutherkirche ist die älteste Kirche Altenas. Sie wurde vermutlich im Jahre 1318 der Heiligen Katharina geweiht. Zwar begann die Reformation im Gebiet um Altena schon Mitte des 16. Jahrhunderts, doch erst 1624 wurde die bis dahin katholische Stadtkirche lutherisch.

Als die Lutherkirche Anfang des 18. Jahrhunderts zu klein und auch baufällig geworden war, wurde das Kirchenschiff ab 1738 neu erbaut. Genauer gesagt entstanden damals ein Haupt- und zwei Seitenschiffe, während der Turm erhalten blieb. So erklären sich die ungewöhnlichen Proportionen: das Dach des Kirchenschiffs ragt höher auf als der eigentliche Turm. Sehenswert an der Innenausstattung der Lutherkirche ist das reich verzierte Barockensemble aus Altar, Kanzel und Orgel, die hier übereinander angeordnet sind.

Altena, die Stadt des Drahts, weist den Besucher immer wieder auf dieses lebendige Erbe hin. Zum Beispiel mit verschiedenen künstlerischen Installationen, die sich auf die unterschiedlichsten Arten mit dem Thema Draht beschäftigen. So gibt es an der Lenneuferstraße eine Drahtbaumallee - das kleinste Bäumchen ist gerade einmal 10cm hoch, der höchste Baum misst stolze 6m. An der Fußgängerbrücke über die Lenne steht eine Skulptur von Peter Klassen, eine Zögerplastik, die das anstrengende Tagewerk der Zöger, also der Drahtzieher, veranschaulicht. Am Busbahnhof erinnert das Splenterrölleken an die Wasserräder in den Drahtziehereien. Und über dem Eingang zur Bungerpassage ist ein Drahtrelief zu sehen.

Liebhaber zeitgenössischer Kunst sollten der Stadtgalerie Altena einen Besuch abstatten. Sie ist untergebracht im Haus Köster Emden in der Innenstadt. Das eindrucksvolle Gebäude aus dem Jahr 1707 trägt den Namen seines letzten Besitzers, Paul Köster, der die Versenkung des Kreuzers Emden im Jahr 1914 überlebte und seither den Beinamen Emden führte.

Noch eine weitere Person ist in gewisser Weise mit dem Haus und auch mit der Stadt Altena verbunden: der Dichter Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio. Das wohl bekannteste Volkslied aus seiner Feder, Kein schöner Land in dieser Zeit, wird täglich mehrmals von einem Glockenspiel am Haus Köster Emden zum Besten gegeben. Zuccalmaglio, der in Waldbröl geboren worden war und sich selbst Wilhelm von Waldbrühl nannte, starb 1869 im nahen Nachrodt; sein Grabstein ist im oberen Hof der Burg Altena zu finden.

Pflastertreten in der Stadt kann anstrengender sein als eine lange Wanderung im Wald. Wer jetzt also eine kleine Pause braucht, den lädt das Gasthaus Pilling dazu ein, seines Zeichens das älteste Gasthaus im ganzen Märkischen Kreis. Seine Tradition geht bis auf das Jahr 1724 zurück. Damals war Johann Hermann zu Pillingsen mit seinem Sohn der erste Wirt. Sieben Generationen lang, bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, wurde das Gasthaus in der Familie Pilling geführt. Die letzte Gastwirtin dieses Namens starb allerdings 1982, womit die Familientradition endete. Dennoch ist es mit seinen meterdicken Bruchsteinmauern und seinen Wandmalereien bis heute ein beliebter Treffpunkt für Wanderer, Ausflügler und Altenaer Vereine.

Direkt gegenüber steht der Holländer in der Nettestraße, ein sehenswertes Gebäude aus dem Jahr 1901. Ursprünglich befand sich darin eine Silberschmiede. Da diese häufig von Holländern besucht wurde, setzte sich bei der Bevölkerung der Name Holländer als Hausbezeichnung durch. Nachdem die Schmiede geschlossen worden war, zog zunächst ein Restaurant in die Räumlichkeiten, das treffenderweise Zum Holländer hieß. Seit den 1950er Jahren hat der Holländer allerdings zusätzlich noch einen griechischen Touch, denn unter dem Namen Apollo wird bis heute ein Kino darin betrieben.

Wer sich für Eisenbahngeschichte interessiert, der sollte unbedingt beim Bahnhof Altena vorbeischauen. Dort ist nämlich die kleine Dampflok Carl zu sehen. Das alte Schätzchen wurde 1907 gebaut und zog Waggons auf der Schnurre. So nannte man volkstümlich die Kreis-Altenaer Eisenbahn. Sie verband zwischen 1887 und 1961 Altena mit Lüdenscheid und stellte damit eine wichtige Strecke dar. Heute darf Carl den Ruhestand neben dem Bahnhof genießen.

Auch veranstaltungstechnisch hat Altena im Jahresturnus einiges zu bieten. Neben dem Zögermarkt im Sommer ist es vor allem der Flohmarkt am Tag der deutschen Einheit, der regelmäßig mehrere Tausend Besucher in die Kleinstadt im Lennebergland zieht. Nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Donnerstag bieten darüber hinaus auf dem beliebten Wochenmarkt bei Burg Holtzbrinck dreißig Händler frische Lebensmittel feil.