Burg Holtzbrinck

Zu den sehenswertesten Gebäuden Altenas gehört neben Burg Altena auch Burg Holtzbrinck im Süden der Kernstadt. Trotz des Namens handelt es sich dabei allerdings nicht wirklich um eine Burg, sondern vielmehr um das älteste Bürgerhaus der Stadt. Der repräsentative Bau stammt zumindest teilweise aus dem 16. Jahrhundert und ist insgesamt vom Baustil her dem Barock zuzurechnen.

Burg Holtzbrinck diente von Anfang an als bürgerliches Wohnhaus, war also nie wirklich eine Burg - nur die Bauweise brachte dem Gebäude im Volksmund diesen Namen ein. Für an Architektur Interessierte besonders sehenswert sind das Einfahrtstor zum Innenhof und das Hauptportal mit Dreieckgiebel und Wappentafel über dem Türsturz. Ansonsten zeigt sich die Fassade eher schlicht.

Der zur Lenne hin liegende Park, der zur Burg Holtzbrinck gehört, ist wie ein Garten im Rokoko-Stil angelegt. Holtzbrinck heißt das Haus übrigens nach dem Rentmeister Georg Holtzbrinck, der das Gebäude 1643 kaufte. Sein Sohn, Stephan Johann Holtzbrinck ließ das Gebäude erweitern, wodurch Burg Holtzbrinck ihr heutiges Gesicht erhielt. Über ein Jahrhundert lang residierte darin das Landratsamt des damaligen Kreises Altena. Heute dient es als Kulturzentrum, Veranstaltungsort und Begegnungsstätte.

Da der Draht für Altena so eine große Rolle spielte und spielt, liegt es nahe, dass es auch ein Drahtmuseum gibt. Als es 1965 gegründet wurde, residierte es zunächst im Kommandantenhaus der Burg Altena. Seit 1994 findet man es in der Stadt, genauer im Gebäude des ehemaligen Altenaer Lyzeums, nur ein paar Schritte von Burg Holtzbrinck entfernt.

Erst 1999 wurde die Ausstellung gründlich überarbeitet und neu eröffnet. Vom Kettenhemd zum Supraleiter lautet das Motto der Sammlung, und damit ist auch gleich die ganze Spannbreite der Themen angerissen. Denn das Thema Draht ist vielfältiger, als man auf den ersten Blick denken könnte. Auf 750qm Ausstellungsfläche kann man erleben, wie so ein Drahtzieher arbeitet, es gibt viel zum Ausprobieren und Experimentieren, und der Besucher erfährt alles Wissenswerte rund um die Geschichte des Drahts.

Aus städtebaulichen Gesichtspunkten interessant ist außerdem der Straßenzug am südlichen Ortsausgang. Aus verputztem Bruchsteinmauerwerk entstand hier um 1870 eine ganze Arbeitersiedlung im schlichten Stil der Neurenaissance.

Nicht weit von hier, wo die Rahmede in die Lenne mündet, ist die 1912 erbaute Steinerne Brücke zu finden. Das Kulturdenkmal quert die Lenne mit Hilfe von drei flachen, sogenannten Korbbögen und mit gut 68m Länge. Schon im Mittelalter existierte hier eine Brücke, die Anfang des 20. Jahrhunderts durch den Neubau ersetzt wurde. Praktisch: Falls man sich einmal beim Wandern verlaufen hat und partout nicht mehr weiß, wo man ist, schaut man einfach auf die eingemeißelten Wappen: Das springende Pferd für Westfalen und das Wappen der Grafschaft Mark geben zumindest einen groben Anhaltspunkt, wo man sich befindet!

Der Großindustrielle Gustav Selve ist zwar ein Sohn der Stadt Lüdenscheid, doch lange Zeit befand sich der Firmensitz seines Unternehmens in Altena. Er gehörte zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Wirtschaft vor dem ersten Weltkrieg und gilt als einer der Wegbereiter der Sozialversicherung. So führte er zum Beispiel Sozialleistungen für seine Belegschaft ein, schuf Arbeiterwohnungen und Schulen. Dieses Engagement wird bis heute gewürdigt: Auf einem Hügel zwischen Lenne- und Rahmedetal errichteten seine Mitarbeiter ihm ein Denkmal, zum stillen Gustav genannt.

Wer Altena nun weiter in südlicher Richtung verlässt, kann auf der anderen Lenneseite ein kleines Schlösschen bewundern. Zumindest wirkt die Villa Winkelsen wie ein kleines Schlösschen. 1898 entstand die zweigeschossige Unternehmervilla im Neurenaissance-Stil aus verputztem Bruchsteinmauerwerk, geschmückt mit kleinen Ecktürmen. Bis heute ist das Gebäude bewohnt.

Regionaler Bezug:

Altena Märkischer Kreis Nordrhein-Westfalen Altenaer Sattel Lennebergland Sauerland