Drahthandelsweg


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 31 km
Gehzeit o. Pause: 8 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑1082m  ↓1184m
Der Drahthandelsweg verbindet Iserlohn, Altena und Lüdenscheid

Draht ist eine verarbeitete Form von Metall und seine Geschichte ist lange belegt. Schon die alten Ägypter fertigten aus Gold feine Drähte und verarbeiteten sie zu Schmuckstücken. Das Mittelalter wäre ohne Draht zweifelsfrei anders verlaufen, wurden doch die Kettenhemden der Ritter aus Draht gefertigt. Tja, und wie es um die Elektrizität und damit auch unsere modernen Medien bestellt wäre, wenn es keinen Draht gäbe, kann man sich leicht ausmalen.

Um Draht herzustellen, braucht man Energie, mit dem man das Metall dann zieht, wodurch es dünner und schließlich zum Draht wird. Und Energie gab’s früher meistens da, wo es auch Wasser und Holz gab. Und schon sind wir mitten im Sauerland, denn Wasser und Holz gibt’s reichlich, und das Rohmaterial musste auch nicht von weit her transportiert werden, sondern kam aus dem benachbarten Siegerland, einem der größten historischen Eisenreviere Europas.

Auf dem Weg vom Siegerland ins Lennetal machte die Transportkette noch einmal in Lüdenscheid halt, denn hier saßen die Meister der Osemundeisenherstellung: Sie machten aus dem Werkstoff durch ihre Hammerwerke ein weiches, gut ziehbares Vorprodukt, das dann in Altena zu mittelstarkem Draht und schlussendlich in Iserlohn zu dünnem Draht und Endprodukten wie Nadeln verarbeitet wurde.

Alles in allem geht es hier also um ein spannendes Stück Wirtschaftsgeschichte, aus der Zeit, als Altena im Lennebergland das Weltzentrum einer Industriebranche war. Den Spuren der Drahtherstellung entlang der geschilderten Wertschöpfungskette folgt der Sauerländer Drahthandelsweg, der zur Zeit aus zwei Teilstücken besteht.

Der bereits 2001 eröffnete Drahthandelsweg von Altena nach Iserlohn beginnt am Bahnhof Altena und steigt von hier zusammen mit dem Sauerland-Höhenflug hinauf zum Landeplatz Altena-Hegenscheid. Dann geht es weiter über Kesbern in den Iserlohner Stadtwald, wo der Drahthandelsweg zusammen mit der Sauerland-Waldroute zum Danzturm auf dem Fröndenberg (348m) führt, bevor es hinab zum Bahnhof nach Iserlohn geht. Eine ausführliche Tourbeschreibung kann hier eingesehen werden.

Zehn Jahre später wurde der Drahthandelsweg durch den Weg von Altena nach Lüdenscheid ergänzt. Unterhalb von Burg Altena geht es am Deutschen Drahtmuseum vorbei hinab ins Lennetal, dann weiter zur Fuelbecketalsperre – der ältesten Talsperre im Sauerland – und über Vogelberg zum Hauptbahnhof Lüdenscheid. Eine ausführliche Tourbeschreibung kann hier eingesehen werden.