Vogelberg

1589 wurde Vogelberg erstmals urkundlich erwähnt. Damals war zumindest von einem Kotten die Rede, also einem kleinen Häuschen abseits der Siedlungen. Vogelberg liegt etwas höher als die Kernstadt von Lüdenscheid, und so ist in alten Dokumenten auch von der Vogelberger Höhe die Rede, die lange Zeit auch als Hinrichtungsstätte für in Lüdenscheid gefällten Todesurteile.

Auf das späte 18. Jahrhundert geht eine Begebenheit zurück, die als Vogelberger Bluttat in die Geschichtsbücher Eingang fand. Damals tobte der preußisch-österreichische Krieg gegen Frankreich. Im Jahr 1794 desertierten sieben Österreicher aus der Armee und fanden Unterschlupf bei einem Bauern in Vogelberg, das damals noch ein kleines Dörfchen war. Doch sie hatten kein Glück und wurden von einer Patrouille aufgestöbert. Sechs der sieben Deserteure wurden auf der Stelle hingerichtet, daher der Name der Vogelberger Bluttat. Der siebte hatte mehr Glück und konnte entwischen. Er blieb in Lüdenscheid und wurde dort sesshaft.

Bevor Lüdenscheid den Weiler Vogelsberg vereinnahmte und durch mehrere Neubaugebiete auch baulich anschloss, war der Panoramablick über Lüdenscheid weithin bekannt. Zahlreiche Neubauten versperren diesen Blick heute. Wer aber auf die Suche geht, kann durchaus noch ein paar Lücken finden, wo man den Ausblick genießen kann.

Die vergleichsweise hohe Lage führte übrigens auch dazu, dass Mitte der 1990er Jahre ganz in der Nähe die erste Windkraftanlage auf Lüdenscheider Stadtgebiet entstand, genauer gesagt auf dem Leisberg (424m) nördlich des Ortsteils. Noch ein wenig weiter nordöstlich ist nach kurzem Spaziergang die Fuelbecketalsperre erreichbar.