Fuelbecketalsperre

Zwar zieht die Burg Altena als touristisches Highlight auf dem Altenaer Sattel jährlich die meisten Besucher an. Doch für Naturfreunde ist ein anderes Ziel attraktiver: die Fuelbecketalsperre. Sie liegt ganz im Süden des Altenaer Sattels im Übergang zur Lüdenscheider Mulde, und sieht aus der Luft aus wie ein auf dem Kopf stehendes V. Der Grund dafür ist einfach: Sie wird von zwei Bächen gespeist. Zum einen von der namensgebenden Fuelbecke aus dem Osten her kommend, zum anderen vom Riethahner Bach, der aus dem Westen herbeifließt.

Die Talsperre ist nicht nur besonders beliebt, sie ist auch besonders alt. Die Fuelbecketalsperre ist die erste Talsperre im Sauerland, erbaut zwischen 1894-96 und wenige Wochen vor der ähnlich alten Heilenbecker Talsperre im Ennepe-Ruhr-Tal in Betrieb genommen. Viele jüngere Talsperren dienten in erster Linie dazu, den Pegel der Ruhr zu beeinflussen. Die Fuelbecketalsperre hingegen wurde dazu genutzt, der heimischen Wirtschaft gute Bedingungen zu bieten. Im Rahmedetal wurden zahlreiche Betriebe über das Wasser der Rahmede angetrieben. Der Wasserstand war aber vor allem in den Sommermonaten oder in längeren Trockenphasen oft so niedrig, dass die Produktion pausieren musste. Mit der Talsperre sollte eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser sichergestellt werden.

Der Aachener Professor Intze zeichnete für die Planung verantwortlich. Die Bruchstein-Gewichtsstaumauer ist 27m hoch und 145m lang. Wie viele von Professor Intzes Talsperren nimmt auch diese Anleihen beim barocken Festungsbau, während so manches zierende Detail dem Jugendstil zuzurechnen ist. Die Talsperre fasst auf 7,5ha Fläche rund 0,7 Mio. Kubikmeter Wasser und ist damit die kleinste Talsperre im Märkischen Kreis.

Zwar müssen heute keine Mühlenräder mehr angetrieben werden, doch die Talsperre ist auch weiterhin in Benutzung. Sie dient heute als Trinkwasserreservoir sowie als Naherholungsgebiet. Gut ausgebaute Wege rund um den See laden zum Wandern und Spazierengehen ein. Damit man auch etwas lernen kann, wurde ein Fisch-Lehrpfad angelegt. Er informiert auf mehreren Schautafeln über die Fischarten, die in hiesigen Gewässern leben.