Drahthandelsweg von Altena nach Lüdenscheid


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 18 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 0 Min.
Höhenmeter ca. ↑724m  ↓567m
Weißes D auf schwarzem Grund markiert den Drahthandelsweg im Sauerland

Altena war vom 14. bis zum 19. Jahrhundert das weltweite Zentrum der Drahtindustrie. Deshalb wundert es nicht, dass hier der Drahthandelsweg eingerichtet wurde, auf dem Wanderer thematisch durch das westliche Sauerland geführt werden. Bereits 2001 wurde Drahthandelsweg nach Iserlohn eingerichtet. 2011 folgte dann der hier vorgestellte Drahthandelsweg nach Lüdenscheid. Informationsstationen - eingefasst in einer nachempfundenen Drahtrolle - begleiten den Weg und geben spannende Erläuterungen zur Industriegeschichte des Drahts.

Startpunkt der informativen Tour vom Lennebergland ins Ebbegebirge ist der Bahnhof in Altena. Von hier gehts über die Lenneuferstraße zunächst in Richtung Lutherkirche, der ältesten Kirche in Altena. Sehenswert ist die Innenausstattung mit dem reich verzierten Barockensemble aus Altar, Kanzel und Orgel.

Direkt nach der Lutherkirche steuert der Drahthandelsweg Burg Holtzbrinck an, ein Bürgerhaus, das im 16. Jahrhundert errichtet worden ist. Zur Lenne hin liegt ein kleiner Burgpark, der als Rokoko-Garten angelegt ist. Nachdem Burg Holtzbrinck zunächst von der gleichnamigen Familie bewohnt wurde, diente es später für rund hundert Jahre als Landratsamt des Kreises Altena. Heute wird Burg Holtzbrinck als Kulturzentrum, Veranstaltungsort und Begegnungsstätte genutzt.

Direkt hinter Burg Holtzbrinck geht es nach links zum Deutschen Drahtmuseum. Es wurde 1965 gegründet und ist die weltweit einzige Sammlung, die sich mit der Geschichte und Produktionsweise des Produkts Draht beschäftigt. Auf über 600qm Ausstellungsfläche werden verschiedene Techniken zur Drahtherstellung im Laufe der Geschichte und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Draht in Technik, Schmuckindustrie und Kunstgestaltung gezeigt. Des Weiteren finden in einem Sonderausstellungsraum des Drahtmuseums Wechselausstellungen zum Thema Draht statt.

Dann passiert der Drahthandelsweg die Lenne und verläuft durch den Altenaer Stadtteil Breitenhagen südwärts parallel zu Lenne, bis diese eine markante Schleife ostwärts schlägt. Hier verlässt der Drahthandelsweg das Lennetal und leitet südwärts über Rosmart zur Fuelbecketalsperre. Sie ist die älteste Talsperre im Sauerland und anders als ihre vielen Nachfolger wurde sie nicht errichtet, um die Pegelstände der Flüsse zu beeinflussen und die Trinkwasserversorgung sicherzustellen, sondern um Energie für die vielen kleinen Industriebetriebe im Rahmedetal zu liefern.

Von der Fuelbecketalsperre geht es am Sondern (370m) und Endert (368m) vorbei zur Sauerlandlinie A 45, nach deren Querung man Vogelberg und damit die Lüdenscheider Mulde im Ebbegebirge erreicht. Von Vogelberg geht es westlich der Altstadt zum Hauptbahnhof Lüdenscheid.

Natürlich sei dem kulturell interessierten Wanderer noch ein Abstecher in die Lüdenscheider City empfohlen. Nicht nur die historische Altstadt rund um die Erlöserkirche ist sehenswert. Auf dem Weg dorthin passiert man auch die Phänomenta, das erste Science Center in Nordrhein-Westfalen. Besucher können durch eigenes Handeln physikalische Phänomene mit ihren Sinnen erfassen und verstehen. Im Unterschied zu einem Technikmuseum, in dem vorwiegend Sammlungen zu besichtigen sind, sollen in der Lüdenscheider Phänomenta Natur und Technik erlebt und begriffen werden. Unter dem Slogan „Anfassen erwünscht" an Stelle von „Berühren verboten" laden über 120 interaktive Experimentierstationen zu naturwissenschaftlichen Entdeckungen ein und fordern die Aktivität der Besucher.

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