Iserlohner Stadtwald

Er hat schon fast das Zeug zum Zungenbrecher: der Stadtwald der Waldstadt Iserlohn. Er ist eines von mehreren größeren Waldgebieten im Stadtgebiet von Iserlohn und schließt sich südlich an den Stadtkern an. Begrenzt wird der Iserlohner Stadtwald im Westen von der Landstraße L 888 (Tüttebelle – Obergrüne) im Tal des Grüner Bachs, im Osten von der L 683 (EvingsenWestig) im Tal des Ihmerter Bachs.

Als Wanderrevier ist der Iserlohner Stadtwald hervorragend geeignet, allerdings sollte man ein wenig Kondition mitbringen. Denn es geht häufig steil eingeschnittene Täler hinauf und hinab, zwischen denen sich Berge wie der Klippenkopf (400m), der Eickerkopf (442m), der Bräker Kopf (417m) oder ganz im Süden der Rüssenberg (494m) erheben.

Mitten durch den Stadtwald hindurch verläuft die L 648 in Nord-Süd-Richtung. Verlässt man Iserlohn auf dieser Strecke, kann man eigentlich gleich schon wieder anhalten, denn ein wenig abseits der Straße liegt gleich die erste Sehenswürdigkeit. Die nach ihrem Gründer benannte ehemalige Schmölen Rolle am Baarbach (hier auch Lägerbach genannt) diente einst dazu, Kratzendraht herzustellen. Mit diesem Draht bestückte man die speziellen Bürsten, die in der Textilverarbeitung zum Bürsten (Kratzen) der Fasern genutzt wurden. Schon 1615 existierte die Anlage, die heute eine der letzten noch erhaltenen am Baarbach ist. Das heutige Gebäude entstand in zwei Etappen. Den Fachwerkteil baute man 1725, der massiv gemauerte Gebäudeteil kam um 1850 hinzu.

Von hier aus ist es nicht weit bis zum Danzturm auf dem Fröndenberg (385m) im Nordwesten des Stadtwalds. Der Aussichtsturm gilt als Wahrzeichen von Iserlohn und wurde bereits 1909 eingeweiht. Benannt ist er nach Prof. Dr. Ernst Danz, der sich als Mitglied im Iserlohner Verschönerungsverein um die Pflege des Iserlohner Stadtwalds verdient machte. Zudem war er als Gründungsmitglied des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) in Iserlohn bekannt. Eine Gedenktafel am Turm erinnert an den Ehrenbürger der Stadt Iserlohn, der – man glaubt es kaum – 13 Sprachen fließend beherrschte.

Wie es sich für einen Aussichtsturm gehört, kann man von der Plattform des 28m hohen Danzturms weit blicken. Dafür muss man zwar exakt hundert Stufen nach oben klettern, doch vor allem an klaren Tagen lohnt sich das. Die Aussicht reicht dann weit hinein in die Hellwegbörden mit den Städten Dortmund, Hamm und Unna.

Die exponierte Lage auf dem Berg nutzte man auch schon lange vor dem Bau des Aussichtsturms. Eine Telegrafenstation befand sich hier, Teil der Telegrafenlinie zwischen Koblenz und Berlin, die 1835 eingerichtet worden war. Allerdings bestand die Anlage nicht sehr lang. Während der Revolution 1849 wurde sie zerstört. Seit 1996 kann man am alten Standort eine Rekonstruktion der Station sehen.

Wer sich mehr für den Wald selbst interessiert, sollte den Umweltlehrpfad entlangwandern. Mit seinen rund drei Kilometern Strecke ist er auch für Familien mit kleineren Kindern zu schaffen. An siebzig Stationen entlang des Weges werden Fauna und Flora des Waldes erläutert und allerlei, was rund um die grüne Lunge der Stadt Iserlohn sonst noch erwähnenswert ist. Start und Ziel des Rundwegs ist die Südstraße, Ecke Frauenstuhlweg im Süden des Iserlohner Kernstadtgebiets.

Als Ausgangspunkt für Wanderungen im Iserlohner Stadtwald wird gern der Ortsteil Obergrüne genutzt, und hier, im Grüner Tal, ist auch das kleine Schmiedemuseum Eduard Balbach zu besichtigen. Der Kunstschmied Eduard Balbach stellt in einem eigens errichteten kleinen Fachwerkhaus die typischen Werkzeuge des Schmiedehandwerks aus. Eine Esse, Ambosse und zahlreiche Werkzeuge sind zu sehen. Nach Voranmeldung gibt es für Gruppen auch Schmiedevorführungen.