Nachrodt

Unten im Tal der Lenne liegt Nachrodt, einer der namensgebenden Ortsteile der heutigen Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde im Gebiet des Altenaer Sattels. Steil fallen zu beiden Seiten die Uferhänge zur Lenne hinab, die sich hier in engen Schleifen zwischen den Bergen hindurchzwängt. Dominant sind vor allem die Hänge der Elle (366m) östlich der Lenne. Sie verlangen dem Wanderer, der diesen Teil des Lennetals für sich erobern möchte, einiges ab.

Am Südwesthang der Elle befindet sich eine von einem halben Dutzend Teilflächen des Naturschutzgebiets Schluchtwälder im Lennetal. Es handelt sich dabei um steile Hänge mit den für diesen Lebensraum typischen Hangmischwäldern und naturnahen Felsen.

Anders als das ländliche Wiblingwerde ist Nachrodt deutlich stärker industriell geprägt. Dennoch gibt es auch hier einiges zu entdecken. Wohl am bekanntesten ist Haus Nachrodt, das im Talgrund in einer Lenneschleife gelegen ist und Namensgeber für den Ort war. Zuvor hatte die Gemeinde Kelleramt geheißen. Als diese sich 1907 mit Wiblingwerde zusammenschloss, übernahm sie den Namen des Herrenhauses. Die heute sichtbaren Gebäude stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Eine erste Erwähnung eines Guts an dieser Stelle findet sich aber bereits 1600. Sehenswert ist vor allem auch der großzügige Park mit seinem eindrucksvollen Baumbestand.

In dem klassizistischen Herrenhaus wirkte von 1860 an ein Hauslehrer, der manch einem vielleicht ein Begriff ist: Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio. Und wem der Name nichts sagt, der kennt vermutlich zumindest sein bekanntestes Lied: Kein schöner Land in dieser Zeit. Sechs Jahre lang, bis zu seinem Tod, stand er in den Diensten der Herren von Haus Nachrodt. Seinen Grabstein findet man heute übrigens im Hof der Burg Altena.

Wer den richtigen Zeitpunkt erwischt, um Nachrodt zu besuchen, der kann sich eine Aufführung des lokalen Theaterensembles Brettken am Drögen Pütt ansehen. Jeweils eine Aufführung im Sommer und eine im Winter bringt die Truppe auf die Bühne.