Schloss Hohenlimburg

Hoch über dem Lennetal auf dem Schlossberg (240m) liegt eine im 13. Jahrhundert erbaute ehemalige Höhenburg, die später zum Schloss umgestaltet wurde: Schloss Hohenlimburg. Die ältesten Besiedlungsspuren im Gebiet der ehemaligen Stadt Hohenlimburg deuten darauf hin, dass hier bereits Neandertaler gelebt haben.

Nicht viele Höhenburgen in Westfalen sind heute noch in so ursprünglicher Form erhalten, wie dies bei Schloss Hohenlimburg der Fall ist. Als Residenz des Grafenhauses von Altena-Isenberg entwickelte sich rund um Schloss Hohenlimburg die Grafschaft Limburg. Große Teile der Burg, insbesondere die Vorburg und der alte Turm, wurden allerdings zerstört, als es im Jahr 1636 einen Brand gab. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Burg schließlich zum Schloss, das eher repräsentativen als kriegerischen Zwecken diente. Heute gehört es der Familie von Bentheim-Tecklenburg.

Schloss Hohenlimburg wird vielfältig genutzt. Man kann dort feiern, heiraten oder auch eines der Museen besuchen. Zum Beispiel das Deutsche Kaltwalzmuseum im Wirtschaftsgebäude des Schlosses. Die Technik des Kaltwalzens, mit der man Stahl in Form von Bändern produzieren konnte, entwickelten die Drahtzieher aus Altena. Sie kamen im 19. Jahrhundert nach Hohenlimburg, übernahmen Hammerwerke, die hier an der Lenne bereits existierten, und begannen, das gefragte Material zu fertigen.

Mit den Stahlbändern wurden Reifröcke in Form gebracht, Teile für Webstühle angefertigt und auch ganze Fahrräder montiert. Bis heute ist das sogenannte Kaltband ein gefragtes Material zum Beispiel in der Fahrzeugindustrie. Und bis heute stammt der überwiegende Teil der deutschen Produktion an Bandstahl aus der Region um Hohenlimburg. Im Kaltwalzmuseum kann man sich über diese und viele weitere spannende Aspekte rund um das vielseitige Material informieren.

Im neuen Palas des Schlosses Hohenlimburg befindet sich ein Heimatmuseum. Von den prähistorischen Funden aus der Region über mittelalterliche Archäologie bis hin zur Wohnkultur in Empire und Biedermeier reicht die Palette der Ausstellungsstücke. Auch die Geschichte der Stadt und der Grafschaft Limburg, deren Residenz das Schloss darstellte, wird detailliert erläutert.

400m südwestlich des heutigen Schlosses wurden auf dem nördlichen Ausläufer des Schleipenbergs (336m) die Überreste einer alten Wallanlage entdeckt und ein wenig prosaisch Sieben Gräben genannt. Die ovale Anlage besaß eine Steinmauer und auch einen steinernen Turm. Wie alt sie ist, kann man heute nicht genau bestimmen. Es gibt Vermutungen, die Sieben Gräben könnten der Vorläufer von Hohenlimburg sein, doch gibt es dafür keine Belege. Es ist im Gegenteil eher unwahrscheinlich, da man für die Anlage einer Burg eher direkt den günstigeren Standort gewählt hätte. Vermutlich ist es so, dass die Sieben Gräben älter als die Hohenlimburg sind und am Standort der letzteren zuvor ebenfalls eine Wallanlage existierte.

Eine weitere ehemalige Wallanlage findet sich im Nordwesten von Schloss Hohenlimburg auf dem Nordosthang des Piepenbrink (302m). Franzosenschanze heißt diese ovale Wallburg, die ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert stammt. Vermutlich entstand sie, um die nahe Raffenburg mit der Hilfe von Belagerungsmaschinen unter Beschuss zu nehmen. Gräben und Wälle der Anlage kann man bis heute im Wald entdecken.

Ein eher gruseliges, nichtsdestotrotz aber weithin bekanntes Exponat ist die schwarze Hand. Angeblich soll es sich dabei um die abgeschlagene Hand eines ungezogenen Edelknaben handeln, der seine Mutter geschlagen hatte, und dessen mumifizierte Hand nun zur Abschreckung ausgestellt wird. Diese Geschichte allerdings darf man getrost dem Reich der Legenden zurechnen. Denn tatsächlich entdeckte man die Hand in den Trümmern, nachdem ein Blitzschlag im Jahr 1811 den Bergfried des Schlosses zerstörte und nur die unteren zwei Geschosse stehen ließ. Man vermutet, dass die Hand ein Beweisstück aus einer Morduntersuchung im Mittelalter sein könnte, das in dem Turm eingemauert worden war, ein sogenanntes Leibzeichen. Ob nun drastische Erziehungsmaßnahme oder ungeklärter Mord: Gruselig scheint die Geschichte hinter der Hand allemal zu sein.