Balver Wald

Ein Gebiet mit dem Namen Balver Wald - also ein Waldgebiet, das sich um die Stadt Balve herum befindet? Das könnte man vermuten, doch so ganz richtig ist das nicht. Der Wald, der sich im Dreieck zwischen Hemer, Balve und Neuenrade erstreckt, ist zwar nach der Stadt Balve benannt. Der größte Flächenanteil entfällt allerdings auf die Stadt Hemer, deren Kernstadtgebiet im Nordwesten an den Wald grenzt. Und auch der Berg mit dem Namen Balver Wald (546m) gehört zu Hemer, wenn er auch nahe der Grenze zum Balver Stadtgebiet liegt.

Für das Wandererherz ist die genaue Aufteilung aber eigentlich gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist die großartige Waldlandschaft, die sich zwischen den Bachtälern von Hönne im Osten und Westiger Bach im Westen erstreckt. Nördlicher Nachbar der Stadt Hemer ist Menden, während es im Westen, jenseits des Westiger Bachs, ebenfalls mit viel Wald weitergeht. Dort liegt nämlich die Waldstadt Iserlohn.

Ein drittes Bachtal prägt die Landschaft, das Tal der Oese. Sie ist ein Nebenfluss der Hönne und fließt auf rund 20km Länge vom Neuenrader Stadtwald geradewegs nach Norden Richtung Menden. Die wenigen Ansiedlungen innerhalb des Waldgebiets liegen größtenteils am Ufer dieses Bachlaufs, insofern ist er auf Karten eigentlich leicht zu finden. Nur der Name, mit dem eben dieser Bachlauf bezeichnet wird, wechselt des Öfteren. Seiner Quelle entspringt der Bach als Gelmecke, heißt unterwegs mal Heppingser, mal Sundwiger Bach, um schließlich als Hemer-Bach durch die gleichnamige Stadt zu fließen. Erst im letzten Abschnitt, kurz vor der Mündung in die Hönne, trägt das Gewässer dann den Namen Oese.

Zahllose Wanderwege durchziehen in einem dichten Geflecht den Wald südwestlich der Hemeraner Kernstadt. Und dank Kyrill, dem Orkan aus dem Jahr 2003, gibt es nicht nur dichte Waldflächen zu erkunden, sondern auch immer wieder weite Ausblicke von den Höhen der Berge.

Aber die wohl bekannteste Attraktion in und um Hemer ist das Felsenmeer, ein einzigartiges Geotop, um das sich die wildesten Sagen ranken. Und wer einmal die bizarr zerklüfteten Kalkbrocken selbst gesehen hat, die dort wie hingeworfen im Wald verstreut liegen, dem scheinen diese Sagen gar nicht mehr so frei erfunden zu sein.

Die geologische Erklärung ist dann freilich doch ein wenig glaubwürdiger, aber nichtsdestotrotz exotisch: Das Felsenmeer in Hemer ist demzufolge der Überrest eines tropischen Korallenriffs, das hier vor Jahrmillionen existierte. Dank der Landesgartenschau, die 2010 in Hemer stattfand, gibt es heute einen bequemen Holzsteg mitten hinein, über den man gefahrlos ganz nah an die Felsen heran kommt.