Sundwig

Bis 1929 war Sundwig eine eigenständige Gemeinde. Dann schloss sich Sundwig mit Hemer, Westig, Landhausen und Teilen von Calle zur Großgemeinde Hemer zusammen, der 1936 die Stadtrechte verliehen wurde. Von der Lage her haben es die Einwohner Sundwigs gut getroffen. Hemer und Iserlohn sind gleichermaßen rasch zum Einkaufen oder Arbeiten erreichbar. Und für die Freizeit schließt sich direkt im Süden ein ausgedehntes Waldgebiet an, der Balver Wald. Über das tief eingeschnittene Tal der Oese, die hier Sundwiger Bach genannt wird, oder auch über die zahlreichen Wanderwege ist dieses Waldgebiet sehr gut zugänglich.

Bevor es zum Wandern in den Wald geht, stehen aber zunächst ein paar Sehenswürdigkeiten im Ort selbst auf dem Besuchsplan. Allen voran die Sundwiger Mühle, die einzige noch heute gewerblich tätige Wassermühle im Märkischen Kreis. Die Mühle mit der dazugehörigen Scheune entstand im Jahr 1865. Schon fünzig Jahre zuvor stand an dieser Stelle aber schon das Wohnhaus, es ist auf das Jahr 1810 datiert. Natürlich arbeitet die historische Mühle heute mit einer modernen Mühlen-Einrichtung. Doch der Antrieb ist nach wie vor der Sundwiger Bach - zumindest wenn es dessen Wasserstand zulässt. Wenn das Wasser mal zu spärlich fließt, springt ein Elektromotor ein.

Eine Besonderheit ist der Mühlenbremsfahrstuhl aus der Erbauungszeit der Mühle. Solche Fahrstühle dienten damals dem Transport der Mehlsäcke oder anderer schwerer Lasten über mehrere Etagen. Der Fahrstuhl in der Sundwiger Mühle ist bis heute in Benutzung. Neben dem Mühlteich befindet sich ein kleines Fachwerkhaus aus moderner Zeit, in dem regelmäßig im Holzofen Brot gebacken wird. Im Mühlenladen kann man sich mit einer Vielzahl an Getreide-Erzeugnissen aus der eigenen Produktion und vielen weiteren Waren eindecken.

Ein optischer Leckerbissen ist das alte Feuerwehrgerätehaus Sundwig. Es wurde 1911 im neugotischen Stil errichtet, bestehend aus Steigerturm, Dienstwohnung und Fahrzeughalle. Letztere war noch recht lange in Betrieb, erst 1984 zog die Feuerwehr in andere Räumlichkeiten um. Nicht zuletzt der reich gegliederten Fassade wegen gilt das Gebäude als technisches Denkmal.

Um noch ein wenig bei den Sundwiger Gebäuden zu bleiben, seien hier noch das höchste und das kleinste Gebäude Hemers erwähnt. Das kleinste trägt auch die mundartlichen Namen Latöchte oder Löchte, was nicht von ungefähr wie Leuchte klingt. Gerade einmal 20qm Grundfläche hat das Häuschen, verteilt auf zwei Räume. Und wenn abends das Licht aus den Fenstern scheint, fühlt man sich unwillkürlich an eine überdimensionierte Laterne erinnert.

Das höchste Gebäude ist wie in vielen Städten eine Kirche. Der Turm der St. Bonifatius Kirche in Sundwig ragt mit seinem schlanken Turmhelm 70m hoch in die Luft. Im Juni 1904, an dem Tag, der dem heiligen Bonifatius gewidmet ist, legte man den Grundstein für die Kirche, die nach einem Jahr Bauzeit eingeweiht werden konnte. Zwar gab es einen Vorgängerbau, doch existierte dieser auch weiterhin, denn er stand an einem anderen Standort. Erst 1969 wurde diese ältere Bonifatiuskirche abgerissen.

Eine besondere Bewandtnis hat es mit dem halben Kreuz, das in der Kirche aufbewahrt wird. Die zweite Hälfte findet sich in der evangelischen Christuskirche. Alljährlich gibt es ein ökumenisches Pfarrfest, bei dem die beiden Kreuzhälften zusammengebracht werden.

Regionaler Bezug:

Hemer Märkischer Kreis Nordrhein-Westfalen Balver Wald Lennebergland Sauerland