Lohhagen

Wer Wiblingwerde in südlicher Richtung verlässt, bleibt oben auf dem Bergrücken östlich der Lenne in hauptsächlich landwirtschaftlich geprägter Landschaft. Dennoch gibt es hier einiges an Interessantem zu entdecken.

Zum Beispiel die bedeutendste Erhebung an dieser Stelle, den Lohhagen (491m). Rund um den Gipfel gab es einst, wie auf der gesamten Hochfläche, ausgedehnte Heidebestände. Sie gingen größtenteils verloren, nur ein kleines Fleckchen, kaum so groß wie ein Fußballfeld, ist übrig geblieben. Hier wächst noch Wacholder in einem nennenswerten Bestand.

Schon 1938 war dieses Stückchen Wacholderheide unter Naturschutz gestellt worden. Ein Brand im Jahr 1910 hatte die meisten Wacholder zerstört. Um 1950 herum gab es immerhin noch rund 200 der teilweise Jahrhunderte alten Pflanzen. Aktuell sind es nur noch um die fünzig Exemplare. Das Problem ist die Vermehrung: der Boden ist mit Gras so zugewachsen, dass die Wacholderbeeren nicht mehr recht zu Boden fallen und dort keimen können. Naturschützer versuchen nun, gezielt Setzlinge heranzuziehen und so den Bestand wieder zu vergrößern.

Nordwestlich von hier, am Rande des besiedelten Gebiets, ist eine Sehenswürdigkeit zu bewundern, die vor allem für Technik-Interessierte auf dem Besuchsplan stehen sollte: die alte Relaisstation auf dem Lohhagen. Schon 1832 gab es in Versede auf dem Viehkopf (425m) eine Telegrafenstation, die Teil der Telegrafenstrecke Berlin-Koblenz war. 1952 errichtete die Deutsche Bundespost südlich davon die heute noch sichtbare Relaisstation. Sie diente im Rahmen einer Richtfunkstrecke der Übermittlung von Fernsehsignalen und Telefongesprächen und gilt als herausragendes technisches Denkmal.

Noch eines gibt es südlich von Wiblingwerde zu sehen, eine angeblich heilkräftige Quelle, den Johannisborn. Ihn erreicht man, wenn man sich von Wiblingwerde aus Richtung Sassenscheid bewegt und den Lohhagen dabei rechterhand liegen lässt. Die Quelle soll schon den vorchristlichen Sachsen ein heiliger Ort gewesen sein. Missionare machten daraus eine der ältesten christlichen Stätten im Sauerland und tauften dort die Heiden. Später, als es die Kirche St. Johannis in Wiblingwerde gab, wurde das Wasser für die Taufen vom Johannisborn in die Kirche gebracht. Seit 1954 wird die Quelle von einem Steinrelief geschmückt, das eine frühmittelalterliche Taufe darstellt.