Rodenberg (Menden)

Der Rodenberg (268m), teilweise auch Rothenberg und in alten Quellen Romberg genannt, ist der Hausberg Mendens und liegt östlich des Stadtzentrums. Hier versammeln sich alljährlich Tausende Besucher, in manchen Jahren wurden schon mehr als 15.000 gezählt, zu einem der wichtigsten Termine im Mendener Kalender: dem Osterfest.

Genau genommen ziehen die Besucher ebenso wie die Prozessionen aus der Stadt hinaus auf den Rodenberg und zur dortigen St. Antonius Kapelle. Wer sich nun über den Plural bei den Prozessionen wundert, der kann beruhigt sein - es handelt sich dabei nicht um einen Tippfehler. Es finden tatsächlich mehrere Prozessionen statt.

Natürlich gibt es eine große Prozession am Morgen des Karfreitags. Doch schon vom Abend des Gründonnerstags an und bis zum Morgen des Karsamstags gibt es stündlich weitere Prozessionen. Damit ist die Mendener Kreuztracht die größte Karfreitagsprozession in Westfalen.

Ausgangspunkt ist jeweils die St. Vincenz Kirche in Menden. Von hier aus geht es auf rund 2,5km Länge vorbei an 14 Stationen, wo jeweils Heiligenhäuschen oder Gedenksteine aufgestellt sind, hinauf auf den Rodenberg zur St. Antonius Kapelle. Sie stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Unter einem Baldachin befindet sich dort auch eine große Kreuzigungsgruppe aus dem Jahr 1705 beziehungsweise eine Kopie dieser Gruppe. Die Originale sind heute in der Turmkapelle der St. Vincenz Kirche in Menden zu finden.

Die Mendener Kreuztracht blickt auf eine über 300-jährige Geschichte zurück. Sie soll auf das Jahr 1685 zurückgehen, in dem der damalige Bürgermeister Winemar Schmidtmann zum ersten Mal ein Kreuz auf den Berg trug, an die Stelle, wo die Kapelle entstehen sollte, für deren Bau im gleichen Jahr die Erlaubnis vom Erzbischöflichen Generalvikariat erteilt worden war.

Aber auch zu anderen Zeiten als zu Ostern ist der Rodenberg einen Besuch wert. Denn sein bewaldeter Westhang ist ein großes Naturschutzgebiet von über 50ha Größe. Hier lässt es sich auf zahlreichen Wegen hervorragend durch den naturnahen Laubwald wandern. Und wenn man dabei die Augen offen hält, kann man die Burgruine Rodenberg entdecken.

Die Burgruine Rodenberg, einst Stammsitz des Adelsgeschlechts Romberg, die später auf Schloss Brüninghausen in Dortmund residierten, überschaute im 13. Jahrhundert von einem Bergsporn aus das Hönnetal und hatte einen Fernblick bis ins Oesetal. 1301, nach einem Monat Belagerung durch den Grafen Eberhard von der Mark und nach ausdauerndem Beschuss durch schwere Steinbüchsen, war von der Burg allerdings nicht mehr viel übrig. Sie wurde nie wieder aufgebaut, und lange Zeit war ihr Standort unbekannt. In den 1950er Jahren wurde sie wiedergefunden und die erhaltenen Mauerreste freigelegt. Die Ruinen sind frei zugänglich.

Regionaler Bezug:

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